Konsumenten treffen ihre Kaufentscheidungen immer häufiger auf Basis digitaler Recherchen – selbst wenn der Kauf letztlich im stationären Geschäft erfolgt. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie des ECC KÖLN in Kooperation mit 1WorldSync. Über 1.000 Konsumenten wurden dafür zu ihrem Informationsverhalten vor Käufen in den Bereichen Lebensmittel, Consumer Electronics, Sport & Freizeit sowie Beauty & Kosmetik befragt.
Online-Recherche als Startpunkt für den Ladenkauf
Laut Studie beginnt die Customer Journey häufig online, auch wenn der finale Kauf stationär erfolgt. Besonders bei Consumer Electronics gaben 44 Prozent der Befragten an, vor dem Ladenbesuch über Suchmaschinen auf ein Produkt aufmerksam geworden zu sein. In der Beauty-Branche spielte Social-Media-Werbung eine bedeutende Rolle: Rund 36 Prozent ließen sich dort inspirieren, bevor sie das Produkt im Geschäft kauften.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Instagram dominiert als Inspirationsquelle
Social Media ist nicht nur vor dem Onlinekauf ein wichtiger Touchpoint. 46 Prozent der Befragten folgen Influencern, die regelmäßig Produkte vorstellen. Bei den unter 30-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei 76 Prozent. Über alle Branchen hinweg ist Instagram der am häufigsten genutzte Kanal zur Inspiration. TikTok ist vor allem in der Kosmetikbranche relevant: Rund ein Drittel der Konsumenten wurde hier bereits auf ein Produkt aufmerksam, das später online oder stationär gekauft wurde.
Smartphone verbindet online und stationär
Das Smartphone spielt im stationären Handel eine zentrale Rolle. Es dient nicht nur dem Preisvergleich – etwa bei Consumer Electronics (68 Prozent) – sondern auch dem Zugriff auf digitale Kundenprogramme. Zusätzlich helfen Online-Produktinformationen vor Ort, wenn etwa die Verpackung nicht ausreicht oder Personal fehlt. Besonders auffällig: Bei etwa einem Viertel der Konsumenten reduziert eine gelungene Online-Präsentation die Preissensitivität beim Kauf.
Vernetzte Touchpoints als Erfolgsfaktor
Die Studie legt nahe, dass stationäre Händler die Chancen digitaler Touchpoints stärker nutzen sollten. „Viele Unternehmen erkennen zwar die Relevanz, schöpfen das Potenzial aber noch nicht aus“, so Stephan Bieringa von 1WorldSync. Entscheidend sei, digitale Inhalte nicht nur informativ, sondern auch inspirierend und interaktiv zu gestalten – gerade auf mobilen Endgeräten.



