Während andere Branchen mit Nachfrageschwäche kämpfen, erweist sich die Digitalwirtschaft 2026 als stabiles Zugpferd: Der ITK-Markt in Deutschland soll laut Bitkom um 4,4 Prozent auf 245,1 Milliarden Euro zulegen. Im Vorjahr lag das Plus bei 3,9 Prozent. Als Wachstumstreiber gelten Software, Cloud-Dienste und Investitionen in digitale Infrastrukturen. Auch die Zahl der Beschäftigten wächst leicht um rund 11.000 auf insgesamt 1,36 Millionen. Die Branche sichert damit ihre Rolle als größter industrieller Arbeitgeber des Landes.
Software, Cloud und KI sorgen für Dynamik
Besonders stark wächst der Bereich Software, der um 10,2 Prozent auf 58,3 Milliarden Euro zulegt. Einen erheblichen Anteil daran hat Cloud-Software mit erwarteten Umsätzen von 38,3 Milliarden Euro (+16,4 Prozent). Plattformen für Künstliche Intelligenz entwickeln sich ebenfalls dynamisch: Der Umsatz steigt 2026 um 61 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Auch IT-Dienstleistungen bleiben gefragt, insbesondere cloudbasierte Services, die rund zwei Drittel der Gesamterlöse ausmachen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Infrastruktur vor Geräten – Wandel im Hardwaremarkt
Der IT-Hardwaremarkt wächst moderat um 3,9 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro. Investitionen fließen zunehmend in Infrastructure-as-a-Service-Lösungen (+21 Prozent), während klassische Endgeräte wie Tablets (-3,5 Prozent) und Consumer Electronics (-3,2 Prozent) rückläufig sind. Der Fokus verlagert sich klar auf leistungsfähige IT-Infrastrukturen. Auch der Telekommunikationsmarkt legt insgesamt leicht zu: Bitkom erwartet ein Plus von 1,2 Prozent auf 75,1 Milliarden Euro, insbesondere getragen durch Infrastrukturinvestitionen (+4,6 Prozent).
Weltmarkt: Deutschland unter dem Durchschnitt
Global betrachtet steigt der ITK-Umsatz 2026 um 6,4 Prozent auf 5,7 Billionen Euro. Deutschland liegt mit +4,4 Prozent leicht unter dem Schnitt und erreicht einen Weltmarktanteil von 3,9 Prozent. Klarer Marktführer bleiben die USA mit einem Anteil von 41 Prozent und einem Wachstum von 9,2 Prozent. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert angesichts dieser Dynamik bessere Rahmenbedingungen in Deutschland: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und eine konsequente Umsetzung digitalpolitischer Vorhaben.
Forderung nach digitalpolitischem Durchbruch
Bitkom sieht 2026 als „Jahr des digitalen Durchbruchs“. Als zentrale Maßnahmen nennt der Verband unter anderem die Einführung der Eudi-Wallet zur digitalen Identifikation, eine Entlastung bei Energiekosten für Rechenzentren und die Veröffentlichung einer umfassenden Rechenzentrumsstrategie. Nur mit wettbewerbsfähiger Infrastruktur, kluger Regulierung und gezielten Investitionen könne Deutschland seine digitale Souveränität und wirtschaftliche Stärke sichern.


