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US-Recommerce: eBay kauft Depop für 1,2 Milliarden Dollar von Etsy

Depop App auf einem Smartphone
Foto: postmodernstudio / depositphotos.com

Key takeaways

eBay übernimmt Depop und stärkt damit seine Position im Recommerce-Markt. Die Plattform bringt eine junge, modeaffine Community ein, während Etsy sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren will. Der Deal unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Secondhand im globalen Onlinehandel.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Mit der Übernahme der Modeplattform Depop für rund 1,2 Milliarden US-Dollar setzt eBay ein klares Signal: Der Marktplatz will sein Geschäft im globalen C2C-Segment ausbauen und stärker auf jüngere Käufergruppen ausrichten. Verkäufer Etsy trennt sich von seiner Tochter, um sich künftig auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Der Deal zeigt, wie stark der Recommerce-Sektor an Bedeutung gewonnen hat und welche strategischen Verschiebungen sich im internationalen Onlinehandel abzeichnen.

Strategische Stärkung im Recommerce-Markt

Für eBay ist die Akquisition weit mehr als ein Ausbau des Portfolios. Das Unternehmen investiert gezielt in das margenstarke Mode- und Secondhand-Segment, das bereits heute einen hohen Anteil am Handelsvolumen ausmacht. Fashion generiert für eBay mehr als 10 Milliarden US-Dollar jährliches GMV, und allein in den USA wuchs das Modegeschäft 2025 um zehn Prozent. Depop wiederum erzielte 2025 ein GMS von rund einer Milliarde US-Dollar, wobei das US-Geschäft mit nahezu 60 Prozent Wachstum besonders dynamisch war.

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Zugang zur Generation Z als Wachstumstreiber

Depop positioniert sich in den USA als Mobile-First-Plattform mit starkem Community-Fokus. Ende 2025 zählte der Marktplatz sieben Millionen aktive Käufer und mehr als drei Millionen aktive Verkäufer. Rund 90 Prozent der Käufer sind jünger als 34 Jahre – ein Profil, das eBay bislang nur begrenzt erreicht.

Damit gewinnt eBay Zugang zu einer Zielgruppe, die Mode, Nachhaltigkeit und digitale Kultur selbstverständlich miteinander verbindet. Secondhand-Mode dient dieser Generation nicht nur preislichen Motiven, sondern Ausdruck von Individualität und Umweltbewusstsein. Die wachsende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft stärkt diese Entwicklung weiter.

eBay plant, Depop als eigenständige Marke fortzuführen und gleichzeitig übergreifende Funktionen wie Logistikoptimierungen, Zahlungsabwicklung und Betrugsprävention zu integrieren. Auch Programme wie die „Authenticity Guarantee“ sollen künftig für Depop-Nutzer verfügbar werden. Zudem sind Möglichkeiten für Cross-Listings vorgesehen, um die Sichtbarkeit von Depop-Angeboten innerhalb des eBay-Ökosystems zu erhöhen.

Etsy fokussiert sich auf sein Kerngeschäft

Etsy hatte Depop 2021 übernommen, um sich breiter im Mode-Resale aufzustellen. Nun zieht sich das Unternehmen aus diesem Segment zurück und richtet seinen Fokus wieder klar auf den Marktplatz für handgefertigte und kreative Produkte. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen in allgemeine Unternehmenszwecke, Aktienrückkäufe und Investitionen in das Stammgeschäft fließen. Für Investoren schafft Etsy damit mehr Klarheit und finanzielle Flexibilität.

Konsolidierung im globalen Secondhand-Markt

Der Deal verdeutlicht den Trend zur Professionalisierung im globalen Recommerce-Markt. Secondhand-Mode hat sich vom Nischenthema zu einem zentralen Wachstumsfeld entwickelt – angetrieben von Nachhaltigkeit, Preisbewusstsein und dem Wunsch nach individuellen Produkten.

Für eBay eröffnet die Übernahme die Chance, seine Relevanz bei jüngeren Zielgruppen auszubauen und sich stärker gegenüber spezialisierten Resale-Plattformen und Social-Commerce-Anbietern zu positionieren. Der langfristige Erfolg hängt jedoch davon ab, ob es eBay gelingt, Depops kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren und gleichzeitig operative Synergien zu realisieren. Klar ist: eBay setzt einen deutlichen Impuls in einem der dynamischsten Bereiche des digitalen Handels.

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