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Konsolidierung im Einzelhandel: Insolvenzen bleiben auf hohem Niveau

Closed Shild als Symbol für Insolvenzen
Foto: Pixabay

Key takeaways

Die Insolvenzen im deutschen Einzelhandel steigen weiter, wenn auch mit leicht abnehmender Dynamik. Während große Unternehmen in digitale Technologien investieren, geraten kleinere Händler zunehmend unter Druck. Eine weitere Konsolidierung erscheint wahrscheinlich.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahl der Insolvenzen im deutschen Einzelhandel bleibt hoch. Zwischen August 2024 und August 2025 meldeten 2.490 Händler Insolvenz an – nur knapp unter dem Negativrekord von 2.520 Fällen aus dem Zeitraum 2015/2016. Zwar zeigen sich laut Allianz Trade erste Anzeichen einer Entschleunigung, doch die Krise ist noch längst nicht überwunden.

Tempo der Insolvenzen schwächt sich leicht ab

„Die Insolvenzen steigen weiter, aber nicht mehr so rasant wie im Vorjahr“, sagt Guillaume Dejean, Branchenexperte bei Allianz Trade. Im August 2025 lag das Plus gegenüber dem Vorjahr bei 13 Prozent – 2024 hatte es noch bei 20 Prozent gelegen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit zwar weiter im negativen Trend, doch in Ländern wie Frankreich, den Niederlanden oder Großbritannien ist die Lage bereits stabiler. Auch in Belgien und Italien sind die Insolvenzen zuletzt gesunken – langfristig wird jedoch mit neuen Anstiegen gerechnet.

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Transformation überfordert viele Händler

Der deutsche Einzelhandel steht weiterhin unter Druck. Die Herausforderungen durch die digitale Transformation und neue Technologien bleiben groß – und erfordern erhebliche Investitionen. Autonome Systeme in der Logistik, KI-gestützte Empfehlungen, dynamische Preisanpassung oder robotergesteuerte Scanner sind längst keine Visionen mehr, sondern Teil moderner Handelsstrategien. Wer hier nicht mithalten kann, gerät ins Hintertreffen.

„Es ist ein Kampf zwischen David und Goliath“, so Dejean. „Große Anbieter haben die Ressourcen für Investitionen, kleinere Händler oftmals nicht.“ Gerade im textilen Handel drohen weitere Ausfälle. Die Branche konsolidiert sich weiter – zugunsten finanzstarker Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen.

Rückenwind durch Eurokurs, Reallöhne und Steuerpläne

Trotz allem zeigen sich leichte positive Impulse. Der Euro hat seit Jahresbeginn gegenüber dem US-Dollar um 12 Prozent zugelegt, verbesserte Reallöhne und stabile wirtschaftliche Aussichten stärken das fragile Verbrauchervertrauen. Zudem soll die geplante Steueranpassung bei Importen kleiner Warenwerte aus Drittländern wie China den Wettbewerbsdruck lindern.

„Das bringt kurzfristig Entlastung“, sagt Dejean. Langfristig sieht er aber auch die Chance für deutsche Marken, gestärkt aus der Konsolidierung hervorzugehen – sofern sie die digitale Transformation konsequent nutzen.

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