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Firmeninsolvenzen in Deutschland steigen auf Höchststand seit 2005

Stempel mit Schriftzug Insolvent
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland steigt weiter deutlich an. Laut IWH wurde im April 2026 der höchste Stand seit mehr als 20 Jahren erreicht. Besonders betroffen sind Gastronomie, Immobilienwirtschaft und Handel.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland hat im April 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Nach aktuellen Daten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wurden 1.776 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Damit lag der Wert drei Prozent über dem März und zehn Prozent höher als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum durchschnittlichen April der Jahre 2016 bis 2019 ergibt sich sogar ein Plus von 82 Prozent. Einen höheren Wert hatte es zuletzt im Juni 2005 gegeben.

Besonders starke Zunahme in einzelnen Branchen

Vor allem Hotels, Gastronomiebetriebe sowie Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft verzeichneten neue Höchststände bei den Insolvenzen. Auch im Handel und im Dienstleistungssektor lagen die Zahlen nur knapp unter bisherigen Rekordwerten. Regional fiel insbesondere Berlin auf, wo zahlreiche Hotelinsolvenzen den starken Anstieg erklärten. Auch in Bayern erreichte die Zahl der Firmenpleiten ein neues Hoch.

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Deutlich mehr Beschäftigte betroffen

Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich zunehmend auch am Arbeitsmarkt. Nach Angaben des IWH waren im April knapp 20.000 Arbeitsplätze in den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen betroffen. Das entspricht einem Anstieg von 43 Prozent gegenüber März und 39 Prozent gegenüber April 2025. Im Vergleich zum Vor-Corona-Durchschnitt hat sich die Zahl sogar mehr als verdoppelt. Maßgeblich dafür waren unter anderem zwei größere Insolvenzen im Handel mit zusammen rund 6.000 Beschäftigten.

Frühindikatoren sprechen gegen schnelle Entspannung

Das IWH sieht derzeit keine Anzeichen für eine baldige Beruhigung der Lage. Frühindikatoren, die dem tatsächlichen Insolvenzgeschehen mehrere Monate vorauslaufen, erreichten zwischen Februar und April besonders hohe Werte. Zwar könnte die geringere Zahl an Werktagen die Mai-Statistik leicht abschwächen, insgesamt rechnen die Forscher aber weiterhin mit sehr hohen Insolvenzzahlen bis mindestens Juli.

IWH-Insolvenzforscher Steffen Müller erwartet deshalb auch in den kommenden Monaten eine anhaltend schwierige Entwicklung für viele Unternehmen in Deutschland.

IWH-Insolvenztrend gilt als früher Konjunkturindikator

Der monatlich veröffentlichte IWH-Insolvenztrend basiert auf den Insolvenzbekanntmachungen deutscher Registergerichte und gilt als deutlich schneller verfügbar als die amtliche Statistik. Nach Angaben des Instituts decken die erfassten Personen- und Kapitalgesellschaften den Großteil der von Unternehmensinsolvenzen betroffenen Arbeitsplätze und Forderungen ab. Dadurch liefert der Trend frühzeitig Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

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