Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland sind im Juli 2026 erneut gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen sie 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und erhöhten sich gegenüber Juni um 1,1 Prozent. Maßgeblich für den Anstieg waren vor allem höhere Preise für Vorleistungsgüter sowie ein deutlicher Preisschub bei Energie.
Während Investitions- und Gebrauchsgüter ebenfalls teurer wurden, sanken die Preise für Verbrauchsgüter insbesondere aufgrund günstigerer Lebensmittel. Ohne den Einfluss der Energiepreise fiel der Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit 2,7 Prozent etwas geringer aus.
Energiepreise steigen vor allem wegen Mineralölprodukten
Energie verteuerte sich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,8 Prozent und lag auch gegenüber Juni um 3,4 Prozent höher. Ausschlaggebend waren insbesondere Mineralölerzeugnisse, deren Preise im Jahresvergleich um 31,4 Prozent zulegten. Hintergrund waren unter anderem die Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten auf die internationalen Energiemärkte.
Besonders deutlich verteuerten sich leichtes Heizöl mit einem Plus von 52,0 Prozent sowie Rohbenzin (Naphtha) mit 34,6 Prozent. Kraftstoffe kosteten 29,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Erdgas verteuerte sich im Durchschnitt um 1,6 Prozent, während Strom um 1,6 Prozent günstiger war. Auch Fernwärme verzeichnete mit minus 0,7 Prozent einen leichten Preisrückgang.
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Vorleistungsgüter verzeichnen stärksten Anstieg
Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Erzeugerpreise hatten erneut die Vorleistungsgüter. Sie lagen 5,4 Prozent über dem Vorjahresniveau und stiegen gegenüber Juni leicht um 0,1 Prozent.
Vor allem Metalle verteuerten sich deutlich. Insgesamt lagen die Metallpreise 12,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Edelmetalle kosteten 31,8 Prozent mehr als im Juli 2025, auch wenn ihre Preise gegenüber dem Vormonat spürbar nachgaben. Kupfer und daraus hergestellte Halbzeuge verteuerten sich um 28,7 Prozent. Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen lagen 4,5 Prozent über dem Vorjahresniveau, während Betonstahl um 5,8 Prozent teurer wurde.
Auch chemische Grundstoffe entwickelten sich deutlich nach oben und kosteten 11,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Düngemittel verteuerten sich sogar um 13,8 Prozent. Im Bereich Holz und Holzwaren wurde ein Anstieg von 6,6 Prozent registriert. Besonders kräftig legten dabei Pellets, Briketts und Scheitholz mit 33,3 Prozent zu. Glas und Glaswaren verteuerten sich moderat um 1,4 Prozent. Demgegenüber gingen die Preise für Papier, Pappe und entsprechende Produkte leicht um 0,4 Prozent zurück. Ebenfalls günstiger wurden Futtermittel für Nutztiere sowie Getreidemehl.
Investitions- und Gebrauchsgüter ebenfalls teurer
Auch Investitionsgüter verteuerten sich weiter. Sie kosteten im Juli durchschnittlich 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 0,2 Prozent mehr als im Juni. Maschinen sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile verzeichneten jeweils einen Preisanstieg von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei Gebrauchsgütern lag der Preisanstieg gegenüber Juli 2025 bei 2,0 Prozent. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Preise um 0,3 Prozent und setzten damit ihren moderaten Aufwärtstrend fort.
Verbrauchsgüter und Lebensmittel werden günstiger
Entgegen der allgemeinen Entwicklung gingen die Preise für Verbrauchsgüter im Jahresvergleich um 2,3 Prozent zurück. Gegenüber Juni verbilligten sie sich um weitere 0,3 Prozent. Besonders stark wirkten sich dabei sinkende Lebensmittelpreise aus, die insgesamt um 4,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen.
Zu den größten Preisrückgängen gehörte Butter mit minus 41,4 Prozent. Auch Schweinefleisch wurde mit einem Minus von 22,2 Prozent deutlich günstiger angeboten, während Rindfleisch um 6,8 Prozent nachgab. Demgegenüber mussten Verbraucher und Unternehmen für pflanzliche Öle 12,5 Prozent und für Zucker 5,1 Prozent mehr bezahlen als im Juli des Vorjahres.
Die aktuellen Daten zeigen damit ein gemischtes Bild der Preisentwicklung auf Produzentenebene. Während insbesondere Energie und zahlreiche industrielle Vorprodukte den Preisauftrieb bestimmen, wirken sinkende Lebensmittelpreise weiterhin dämpfend auf die Entwicklung der Verbrauchsgüter.



