Künstliche Intelligenz verändert die Erwartungen der Menschen an die Digitalisierung. Das zeigt der Digitalklimaindex 2026 der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser. Vor allem in den Bereichen Beruf und Bildung messen die Befragten digitalen Anwendungen heute eine deutlich größere persönliche Bedeutung bei als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig bleiben Gesundheit, Finanzen, Mobilität und Einkäufe die wichtigsten Anwendungsfelder der Digitalisierung. Die Studie macht zudem deutlich, dass sich sowohl Erwartungen als auch technische Ausstattung je nach Altersgruppe erheblich unterscheiden.
KI stärkt die Bedeutung von Digitalisierung im Berufsleben
Den größten Bedeutungszuwachs verzeichnet der Bereich Wirtschaft und Beruf. 54 Prozent der Befragten erwarten hier künftig eine hohe persönliche Relevanz digitaler Technologien – sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung gewinnen deutlich an Bedeutung und erreichen mit 46 Prozent ein Plus von fünf Prozentpunkten.
Die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungen in Unternehmen und Bildungseinrichtungen dürfte diese Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) befürwortet inzwischen einen stärkeren Einsatz künstlicher Intelligenz im Berufsalltag. Der Bedeutungsgewinn zeigt sich unabhängig vom Bildungsabschluss. Besonders stark fällt der Anstieg bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau aus, aber auch Befragte mit mittlerem und hohem Bildungsabschluss erwarten künftig einen größeren Einfluss digitaler Technologien auf ihre Arbeitswelt.
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Gesundheit und Finanzen bleiben wichtigste Lebensbereiche
Trotz des starken Zuwachses in Beruf und Bildung führen Medizin und Gesundheitsversorgung mit 60 Prozent weiterhin das Ranking der wichtigsten digitalen Lebensbereiche an. Es folgen Geld und Finanzvorsorge mit 58 Prozent sowie Verkehr, Mobilität und Einkäufe beziehungsweise Versorgung mit jeweils 57 Prozent.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass digitale Anwendungen inzwischen nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens betreffen. Gleichzeitig gewinnen Themen wie lebenslanges Lernen und digitale Qualifizierung spürbar an Bedeutung.
Altersgruppen setzen unterschiedliche Schwerpunkte
Die Erwartungen an die Digitalisierung unterscheiden sich deutlich zwischen den Generationen. Jüngere Menschen sehen vor allem beim Wohnen, im Beruf und bei Smart-Home-Anwendungen zusätzliche Potenziale. Bei den 30- bis 44-Jährigen wächst insbesondere die Bedeutung digitaler Lösungen für Aus- und Weiterbildung.
Menschen zwischen 45 und 59 Jahren messen digitalen Angeboten weiterhin vor allem im Bereich Finanzen und Gesundheit eine hohe Bedeutung bei. Bei den über 60-Jährigen steigen dagegen die Erwartungen an Digitalisierung in Beruf sowie Bildung besonders deutlich. Gleichzeitig bleibt die Skepsis gegenüber künstlicher Intelligenz in der Medizin hoch. Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe lehnt eine erste medizinische Diagnose durch eine KI ab.
Technische Ausstattung bleibt vom Alter abhängig
Auch bei der digitalen Ausstattung bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Smartphones gehören bei den unter 60-Jährigen nahezu flächendeckend zur Grundausstattung, während sie in der Altersgruppe ab 60 Jahren deutlich seltener vertreten sind. Ähnliche Unterschiede zeigen sich bei Tablets und Smartwatches.
Internet-TV ist dagegen über alle Altersgruppen hinweg weit verbreitet. Smart-Home-Lösungen finden insbesondere bei den 30- bis 44-Jährigen eine hohe Verbreitung. Insgesamt zeigt die Studie, dass Digitalisierung zunehmend zum Alltag gehört, ihre Nutzung und Akzeptanz jedoch weiterhin stark von Alter und Lebenssituation geprägt werden.



