Die Europäische Kommission hat ein umfangreiches Steuervereinfachungspaket vorgestellt, das Unternehmen in der EU deutlich entlasten und die Wettbewerbsfähigkeit des Binnenmarkts stärken soll. Kern des Vorhabens sind zwei zentrale Gesetzesinitiativen, die bestehende Regelwerke vereinfachen, Bürokratie abbauen und grenzüberschreitende Geschäftstätigkeiten erleichtern sollen. Insgesamt könnten Unternehmen jährlich rund acht Milliarden Euro einsparen.
Komplexe Steuervorschriften sollen entschlackt werden
In den vergangenen Jahren hat sich der EU-Rahmen für direkte Steuern erheblich weiterentwickelt, was jedoch auch zu steigender Komplexität geführt hat. Das neue Paket setzt genau hier an: Es soll bestehende Regelungen vereinfachen, unnötige Berichtspflichten reduzieren und die Rechtssicherheit erhöhen. Ziel ist ein kohärenter und effizienter Rechtsrahmen, der besser auf die Anforderungen globaler und digitaler Märkte abgestimmt ist.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Erleichterungen für Investitionen und Finanzierung
Ein zentraler Bestandteil ist die geplante Abschaffung bestimmter Quellensteuern auf grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der EU. Dies betrifft unter anderem Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren. Durch vereinfachte Verfahren und weniger administrative Hürden sollen Investitionen erleichtert und die Kapitalmobilität verbessert werden. Allein diese Maßnahme könnte Einsparungen in Milliardenhöhe ermöglichen.
Weniger Meldepflichten und effizientere Zusammenarbeit
Auch die Zusammenarbeit der Steuerbehörden soll neu strukturiert werden. Die geplante Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie bündelt bestehende Vorschriften und reduziert Meldepflichten, insbesondere für international tätige Unternehmen. Gleichzeitig werden digitale Instrumente zur besseren Identifizierung von Steuerpflichtigen eingeführt, um die Effizienz der Verwaltung zu steigern.
Teil einer umfassenden Wettbewerbsstrategie
Das Steuerpaket ist Teil einer größeren Agenda der EU, die auf Bürokratieabbau und wirtschaftliche Stärkung abzielt. Bis 2029 sollen die administrativen Belastungen deutlich reduziert werden, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Neben Kostensenkungen steht dabei auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovation und Wachstum im Fokus.



