Die Zahl gefälschter Euro-Banknoten ist 2025 laut der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut deutlich gesunken. Nach Angaben des Eurosystems wurden rund 444.000 Falschnoten aus dem Verkehr gezogen – rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr und einer der niedrigsten Werte seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Bezogen auf den gesamten Banknotenumlauf bedeutet das: Lediglich 14 Fälschungen pro einer Million echter Scheine wurden entdeckt. Damit bleibt der Euro eines der sichersten Zahlungsmittel weltweit.
20- und 50-Euro-Scheine dominieren Fälschungsaufkommen
Die überwiegende Mehrheit der Fälschungen, die gerade für den stationären Einzelhandel eine Rolle spielen, entfiel auf zwei Nennwerte: 20-Euro-Banknoten machten 27 Prozent aller Fälle aus, 50-Euro-Scheine sogar 53 Prozent. Insgesamt stammen damit rund 80 Prozent aller Fälschungen aus diesen beiden Kategorien. Die meisten Falschgeldfunde wurden im Euroraum registriert, kleinere Anteile entfielen auf EU-Staaten außerhalb des Eurogebiets sowie auf den Rest der Welt.
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Echtheitsprüfung: „Fühlen – Sehen – Kippen“
Die Zentralbanken betonen, dass Verbraucher weiterhin auf ein sehr sicheres Bargeldsystem vertrauen können. Die meisten Fälschungen seien qualitativ schlecht – fehlende oder laienhaft nachgemachte Sicherheitsmerkmale fallen schnell auf. Mit der einfachen Methode „Fühlen-Sehen-Kippen“ lassen sich echte Scheine zuverlässig identifizieren. Auch Geldbearbeitungsgeräte werden regelmäßig getestet, damit sie Falschgeld sicher erkennen und aus dem Umlauf entfernen.
Wer eine Banknote für verdächtig hält, sollte sie mit einem sicheren Vergleichsschein abgleichen und im Zweifel Polizei, Bank oder Zentralbank kontaktieren. Das Eurosystem unterstützt die Strafverfolgungsbehörden aktiv bei der Bekämpfung von Geldfälschung.
Rückgang auch in Deutschland
In Deutschland wurden 2025 rund 68.000 falsche Euro-Banknoten festgestellt – ein Minus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Schaden belief sich auf etwa vier Millionen Euro und lag damit elf Prozent unter dem Wert von 2024. Rechnerisch kamen somit acht Falschnoten auf 10.000 Einwohner.
Bargeld bleibt relevant – Handel sieht kaum Risiko
Trotz wachsender Nutzung digitaler Bezahlmethoden bleibt Bargeld in Deutschland von großer Bedeutung: Noch immer wird knapp die Hälfte der geschätzten 20 Milliarden jährlichen Zahlungsvorgänge im Handel bar abgewickelt. Der Handelsverband Deutschland verweist darauf, dass Kassenkräfte regelmäßig geschult und mit Prüfgeräten ausgestattet werden. „Es ist äußerst unwahrscheinlich, im Einzelhandel eine gefälschte Banknote als Wechselgeld zu erhalten“, erklärt HDE-Experte Ulrich Binnebößel.


