In Brüssel findet heute ein bedeutender Umsetzungsdialog zum Thema Verbraucherschutz im digitalen Umfeld statt. Eingeladen hat Michael McGrath, EU-Kommissar für Demokratie, Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Verbraucherschutz. Ziel der Veranstaltung ist es, gemeinsam mit Interessenvertretern aus Wirtschaft, Verbänden und nationalen Behörden konkrete Maßnahmen zu erörtern, wie sich die EU-Verbraucherschutzvorgaben im digitalen Raum besser und effizienter umsetzen lassen.
Im Zentrum des Dialogs steht die Auswertung des Digital Fairness Checks 2024, der überprüft hat, wie praxistauglich bestehende Regelungen in der digitalen Realität tatsächlich sind. Dabei geht es um zentrale Richtlinien wie jene zu unlauteren Geschäftspraktiken, Vertragsbedingungen, Verbraucherrechten, Preisangaben, digitalen Inhalten sowie dem Warenverkauf.
Plattform für offene Diskussionen
Die Kommission will mit diesem Austausch Impulse aus der Praxis aufnehmen, um Hindernisse bei der Umsetzung abzubauen. Unternehmen und Verbraucherverbände sind eingeladen, Verbesserungsvorschläge vorzubringen – sei es zur Vereinfachung der rechtlichen Vorgaben oder zur Senkung von Umsetzungskosten. McGrath betont dabei, dass die hohen Verbraucherschutzstandards der EU gewahrt bleiben sollen.
Die Beiträge fließen in die Ausgestaltung des geplanten Gesetzes zur digitalen Fairness ein, das künftig für klarere und einfacher umsetzbare Verbraucherregeln im Online-Bereich sorgen soll.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Einbindung der Stakeholder als politisches Prinzip
Die Veranstaltung ist Teil einer EU-weiten Initiative zur Verbesserung der Gesetzesumsetzung. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte alle Kommissare dazu verpflichtet, jährlich zwei solcher Umsetzungsdialoge durchzuführen. Für McGrath ist es der erste in dieser Funktion.
Mit dem Dialog setzt die Kommission ein Zeichen für einen partizipativen Politikansatz, bei dem die Umsetzung bestehender Regelungen nicht allein von Brüssel aus gedacht wird, sondern gemeinsam mit Betroffenen aus der Praxis erfolgt. Die Rückmeldungen sollen sicherstellen, dass neue Regelungen wie das Gesetz zur digitalen Fairness nicht nur politisch gewollt, sondern auch praktisch umsetzbar sind.


