Künstliche Intelligenz erhält einen immer größeren Anteil der Digitalbudgets in der Lieferkette. Dennoch können viele Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen ihrer Investitionen bislang nicht eindeutig bewerten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Gartner-Studie. Demnach fließen inzwischen 67 Prozent der digitalen Investitionen in der Supply Chain in KI-Projekte, während gleichzeitig mehr als die Hälfte der Chief Supply Chain Officers (CSCOs) keine klare Aussage zum Return on Investment (ROI) ihrer KI-Initiativen treffen kann.
Hohe Investitionen treffen auf fehlende Erfolgsmessung
Laut Gartner sehen sich 55 Prozent der befragten Supply-Chain-Verantwortlichen außerstande, den finanziellen Nutzen ihrer KI-Investitionen verlässlich zu beurteilen. Ursache sei weniger die Technologie selbst als vielmehr die fehlende strategische Steuerung der organisatorischen Veränderungen, die mit KI-Projekten verbunden sind.
Während Unternehmen einzelne Veränderungsprojekte zunehmend professionell umsetzen, fehlt häufig eine übergreifende Strategie, die Ressourcen gezielt auf die wichtigsten Geschäftsziele ausrichtet.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Change Management wird zum Erfolgsfaktor
Gartner unterscheidet dabei zwischen klassischen Change-Methoden und einer umfassenden Change-Strategie. Einzelne Methoden unterstützen die Umsetzung konkreter Projekte, während eine strategische Herangehensweise festlegt, wie begrenzte Veränderungsressourcen über mehrere KI-Initiativen hinweg verteilt werden, um den größtmöglichen geschäftlichen Nutzen zu erzielen.
Nach Einschätzung der Analysten gewinnt diese strategische Steuerung mit der wachsenden Zahl von KI-Anwendungen erheblich an Bedeutung.
Verdoppelter ROI bis 2030 möglich
Gartner prognostiziert, dass Unternehmen ihre Erträge aus KI-Projekten bis 2030 verdoppeln können, wenn sie ihre Change-Management-Aktivitäten konsequent am jeweiligen Projektumfang und den Unternehmenszielen ausrichten. Statt standardisierte Vorgehensmodelle auf sämtliche Initiativen anzuwenden, sollten Unternehmen flexible und bedarfsgerechte Konzepte entwickeln.
Vier Empfehlungen für erfolgreichere KI-Projekte
Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit empfiehlt Gartner Unternehmen, eine eigenständige KI-Change-Strategie zu etablieren und diese eng mit der Unternehmens- sowie der Supply-Chain-Strategie zu verzahnen. Darüber hinaus sollten begrenzte Change-Ressourcen gezielt auf Projekte mit hohem Geschäftsnutzen konzentriert werden.
Zusätzlich rät Gartner zu flexiblen Umsetzungsmodellen, die sich an Umfang und Komplexität einzelner KI-Initiativen orientieren. Gleichzeitig sollten Führungskräfte gezielt Kompetenzen in den Bereichen Transformation, Personalentwicklung und Risikomanagement aufbauen, um KI-Projekte erfolgreich steuern zu können.






