Penske Media Corporation, zu deren Portfolio Medienmarken wie Rolling Stone, Billboard und Variety gehören, hat US-Medienberichten nach Klage gegen Google und den Mutterkonzern Alphabet eingereicht. Der Vorwurf: Das Unternehmen nutze journalistische Inhalte ohne Zustimmung für die„AI Overviews“ – also KI-generierte Suchergebnis-Zusammenfassungen – und schade damit massiv dem Verlagsgeschäft.
Inhalte ohne Zustimmung verwendet
Laut Penske greift Google auf Inhalte der Verlagsseiten zu, um diese in komprimierter Form in KI-gestützten Suchergebnissen zu verwenden. Diese Overviews erscheinen prominent über klassischen Suchergebnissen und halten Nutzer direkt auf Googles Plattform, statt sie auf die Quellseiten weiterzuleiten. Das unterlaufe das klassische Prinzip des Internets, bei dem Publisher im Gegenzug für Sichtbarkeit und Traffic Google das Indexieren erlauben.
Die Klage führt laut Techcrunch aus, dass Google durch die automatische Einbindung fremder Inhalte zur Generierung eigener KI-Antworten bewusst die Geschäftsmodelle der Verlage gefährde. Nutzer erhalten Informationen ohne die Originalquelle besuchen zu müssen – mit gravierenden Folgen für Reichweite und Werbeeinnahmen der betroffenen Medienhäuser.
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Machtmissbrauch durch Marktstellung?
Penske argumentiert, Google missbrauche seine dominante Marktstellung als führende Suchmaschine. Das Unternehmen zwinge Publisher, Inhalte nicht nur für Suchmaschinen-Crawling bereitzustellen, sondern faktisch auch für generative KI-Anwendungen. Eine freiwillige Zustimmung hierzu sei nicht gegeben.
Jay Penske, CEO von Penske Media, betont, man sehe sich in der Verantwortung, sowohl die Integrität des eigenen Journalismus als auch die Zukunft des digitalen Publizierens zu schützen. Googles Verhalten stelle beides infrage.
Google weist Vorwürfe zurück
Google reagierte mit einer Stellungnahme: Laut Sprecher José Castañeda leite die Suchmaschine täglich Milliarden von Klicks an Websites weiter, auch durch AI Overviews. Die erhobenen Vorwürfe wies man als „haltlos“ zurück und kündigte an, sich juristisch zu verteidigen.
Die Klage wurde am 12. September beim zuständigen US-Bundesgericht in Washington, D.C. eingereicht. Auffällig: Die beauftragte Kanzlei hatte bereits eine ähnliche Klage im Namen von Buchautoren gegen das KI-Unternehmen Anthropic geführt – ein Verfahren, das inzwischen mit einem 1,5 Milliarden Dollar (ca. 1,4 Milliarden Euro) schweren Vergleich beigelegt wurde.
Neben den US-Ermittlungen gerät Googles KI-Strategie auch in Europa zunehmend unter Druck. Schon im Frühjahr hatten unabhängige Publisher eine Wettbewerbsbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.



