Die rechtlichen Auseinandersetzungen rund um den Einsatz urheberrechtlich geschützter Werke zum Training von KI-Modellen spitzen sich zu. Nachdem das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic einer milliardenschweren Einigung zugestimmt hat, sieht sich nun auch Apple mit einer ähnlichen Klage konfrontiert.
1,5 Milliarden Dollar zur Beilegung von Urheberrechtsklage
Anthropic, Entwickler des KI-Chatbots Claude und kürzlich mit 183 Milliarden Dollar bewertet, hat sich bereit erklärt, 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) zu zahlen, um eine Sammelklage von Autoren beizulegen. Die Kläger warfen dem Unternehmen vor, ihre Bücher ohne Erlaubnis zum Training des KI-Modells verwendet zu haben. Wie Reuters berichtet, handelt es sich laut Klägerseite um die höchste jemals öffentlich bekannte Einigung in einem Urheberrechtsstreit. Zusätzlich verpflichtet sich Anthropic zur Löschung der betroffenen, unrechtmäßig genutzten Bücher.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Apple als nächstes Ziel der Autoren
Parallel zur Bekanntgabe der Einigung mit Anthropic reichten mehrere Autoren eine Klage gegen Apple ein. Dem Tech-Konzern wird ebenfalls vorgeworfen, geschützte Werke ohne Zustimmung und Vergütung zum Training eigener KI-Systeme verwendet zu haben. Die Klage wurde laut Reuters vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht.
Signalwirkung für die Branche
Der Vergleich mit Anthropic könnte ein entscheidender Präzedenzfall für ähnliche Verfahren gegen andere große Tech-Firmen wie OpenAI, Microsoft oder Meta sein. Auch diese sehen sich mit Vorwürfen konfrontiert, urheberrechtlich geschützte Inhalte in großem Umfang für KI-Trainingszwecke verwendet zu haben.
Die Kläger hoffen, dass die Einigung mit Anthropic der Branche klarmacht, dass die Nutzung illegal beschaffter Inhalte Konsequenzen hat – sowohl finanzieller als auch rechtlicher Natur. Die Debatte um Fair Use in der KI-Entwicklung dürfte damit neue Fahrt aufnehmen.


