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Großhandelspreise steigen im September um 8,7 Prozent – Energie treibt Teuerung

Oeltanker und Produktion im Meer
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

➟ Die deutschen Großhandelspreise steigen im September 2026 um 8,7 Prozent. Besonders Mineralöl, Metalle und Agrarrohstoffe verteuern sich deutlich. Bei Fleisch und Milchprodukten liegen die Preise unter Vorjahresniveau.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Großhandelspreise in Deutschland sind im September 2026 kräftig gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Verkaufspreise um 8,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Gegenüber August 2026 verteuerten sich die Waren um 1,9 Prozent.

Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb den dritten Monat in Folge. Im August hatte die jährliche Steigerungsrate 6,8 Prozent betragen, im Juli waren es 5,3 Prozent. Einen stärkeren Anstieg im Jahresvergleich registrierte Destatis zuletzt im Februar 2023 mit 9,5 Prozent.

Als wesentliche Ursache nennt die Statistikbehörde die kriegerischen Auseinandersetzungen im Iran und weiteren Teilen des Nahen Ostens. Diese belasten insbesondere die Preise für Energie und industrielle Vorprodukte.

Mineralölpreise steigen um fast 49 Prozent

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung hatten Mineralölerzeugnisse. Sie kosteten im Großhandel 48,8 Prozent mehr als im September 2025. Allein gegenüber August 2026 erhöhten sich die Preise um 10,5 Prozent.

Die Entwicklung zeigt, wie stark die internationalen Energiemärkte auf geopolitische Konflikte reagieren. Steigende Beschaffungskosten für Mineralölprodukte können sich über Transport, Logistik und Produktion auf weitere Wirtschaftsbereiche auswirken.

Für Handelsunternehmen erhöht sich dadurch das Risiko zusätzlicher Kostenbelastungen entlang der Lieferkette. Ob und in welchem Umfang diese an Verbraucher weitergegeben werden, hängt von der jeweiligen Marktsituation ab.

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Metalle und chemische Erzeugnisse deutlich teurer

Neben Energie verteuerten sich zahlreiche industrielle Vorleistungsgüter. Im Großhandel mit Nicht-Eisen-Erzen, entsprechenden Metallen und Metallhalbzeug stiegen die Preise gegenüber September 2025 um 24,9 Prozent. Im Monatsvergleich betrug das Plus 2,1 Prozent.

Chemische Erzeugnisse kosteten 16,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gegenüber August erhöhten sich ihre Preise um 1,7 Prozent.

Auch technische Produkte waren betroffen. Datenverarbeitungsgeräte und zugehörige Peripherie verteuerten sich im Jahresvergleich um 12,1 Prozent und gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent.

Die Preisentwicklung betrifft damit mehrere Warengruppen, die sowohl für Industrieunternehmen als auch für den Handel eine wichtige Rolle spielen.

Getreide und Futtermittel mit starkem Preisanstieg

Auch bei landwirtschaftlichen Rohstoffen registrierte Destatis eine deutliche Verteuerung. Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel kosteten im September 19,3 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Gegenüber August 2026 stiegen die Großhandelspreise dieser Warengruppe um weitere 6,5 Prozent. Damit fiel die kurzfristige Verteuerung ebenfalls erheblich aus.

Höhere Preise für Agrarrohstoffe und Futtermittel können die Kosten in der Lebensmittelproduktion beeinflussen. Daraus lässt sich allerdings nicht unmittelbar ableiten, wie sich die Endverbraucherpreise einzelner Lebensmittel entwickeln.

Milchprodukte und Fleisch günstiger als im Vorjahr

Nicht alle Warengruppen verzeichneten steigende Preise. Besonders deutlich verbilligte sich der Großhandel mit lebenden Tieren. Hier lagen die Preise 15,1 Prozent unter dem Niveau von September 2025.

Auch Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren im Jahresvergleich um 9,7 Prozent günstiger. Fleisch und Fleischwaren verbilligten sich um 6,0 Prozent.

Im Vergleich zum August zeigte sich allerdings bei allen drei Warengruppen wieder ein Anstieg. Lebende Tiere verteuerten sich um 5,0 Prozent, Fleisch und Fleischwaren um 1,4 Prozent sowie die zusammengefasste Warengruppe rund um Milchprodukte und Speiseöle um 0,6 Prozent.

Die Daten verdeutlichen, dass die Preisentwicklung innerhalb des Großhandels weiterhin unterschiedlich verläuft.

Preisauftrieb belastet die Beschaffung im Handel

Der deutliche Anstieg des Großhandelspreisindex signalisiert eine zunehmende Kostenbelastung für Unternehmen, die Waren und Vorprodukte beschaffen. Besonders betroffen sind energieintensive Bereiche und Unternehmen mit hohem Bedarf an Metallen oder chemischen Erzeugnissen.

Für den Einzelhandel können steigende Großhandelspreise zusätzlichen Druck auf Einkaufskonditionen und Kalkulationen ausüben. Gleichzeitig zeigen die rückläufigen Jahrespreise bei mehreren Lebensmittelgruppen, dass nicht sämtliche Sortimente gleichermaßen betroffen sind.

Wie stark sich die Entwicklung auf die Verbraucherpreise auswirkt, bleibt offen. Der Großhandelspreisindex erfasst die Verkaufspreise auf einer vorgelagerten Handelsstufe und ist nicht mit der allgemeinen Inflationsrate gleichzusetzen.

Die Septemberzahlen zeigen jedoch, dass die geopolitisch bedingte Verteuerung von Energie und Vorleistungsgütern den deutschen Großhandel zunehmend prägt.

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