OpenAI weitet sein Werbeangebot in ChatGPT auf 26 zusätzliche Länder aus und erreicht damit insgesamt 89 Märkte. Nach Unternehmensangaben haben seit dem Start vor gut acht Monaten bereits mehr als 100.000 Werbetreibende Kampagnen über die Plattform geschaltet. Mit dem Ausbau will OpenAI Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, potenzielle Kunden während ihrer Produktsuche und Kaufentscheidung anzusprechen. Werbung bleibt dabei auf die kostenlosen und kostengünstigen ChatGPT-Tarife beschränkt.
ChatGPT Ads erreicht 89 Länder
Die internationale Expansion umfasst vor allem zusätzliche Märkte in Lateinamerika, Europa, Afrika und Asien. Nach dem Start in Mexiko und Brasilien erweitert OpenAI das Angebot um 14 weitere lateinamerikanische Länder, darunter Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru.
Weitere neue Werbemärkte sind unter anderem Nigeria, Südafrika, Serbien, die Ukraine, Kambodscha, Bangladesch und Pakistan. Die Erweiterung folgt auf frühere Markteinführungen in Europa, Südostasien und Taiwan.
Unternehmen können Kampagnen über Technologiepartner oder direkt über den ChatGPT Ads Manager buchen. Das Angebot richtet sich sowohl an lokale Betriebe als auch an regionale und international tätige Marken.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mehr als 100.000 Unternehmen nutzen ChatGPT-Werbung
Nach Angaben von OpenAI verwenden inzwischen mehr als 1,2 Milliarden Menschen ChatGPT pro Woche. Viele nutzen den KI-Dienst, um Produkte zu vergleichen, Informationen einzuholen oder Kaufmöglichkeiten zu prüfen.
Für Werbetreibende entsteht dadurch ein zusätzlicher Kontaktpunkt während der Entscheidungsfindung. Anders als bei klassischen Suchanzeigen können Nutzer ihre Anforderungen im Gespräch konkretisieren und verschiedene Alternativen schrittweise eingrenzen.
OpenAI will Werbeanzeigen passend zum jeweiligen Gesprächskontext ausspielen. Beispielsweise könnte ein Nutzer, der nach Ernährungsmöglichkeiten für einen Marathon sucht, auf einen passenden Lebensmittellieferdienst aufmerksam werden.
L’Oréal testet Werbung im KI-Umfeld
Zu den Unternehmen, die frühzeitig mit ChatGPT-Werbung experimentieren, gehört der Kosmetikkonzern L’Oréal. Der Hersteller untersucht, wie sich Verbraucher bei der Entdeckung, Bewertung und Auswahl von Beauty-Produkten über KI-Anwendungen erreichen lassen.
Dabei geht es nicht ausschließlich um klassische Markenwerbung. L’Oréal sieht auch Potenzial für neue Einkaufserlebnisse, bei denen KI-Systeme Nutzer von der Produktsuche bis zu möglichen Transaktionen begleiten.
Für OpenAI verdeutlicht die Zusammenarbeit die Bedeutung dialogbasierter Werbung. Marken sollen Verbraucher erreichen können, während diese noch verschiedene Angebote und Lösungen prüfen.
Werbung bleibt auf Free und Go beschränkt
OpenAI betont, dass die Einführung zusätzlicher Werbemärkte nicht zu einer Vermischung von Anzeigen und KI-Antworten führen soll. Gesponserte Inhalte werden nach Unternehmensangaben gesondert gekennzeichnet und getrennt von den eigentlichen Antworten dargestellt.
Zudem sollen Werbekunden keinen Zugriff auf private ChatGPT-Unterhaltungen erhalten. OpenAI erklärt außerdem, keine Nutzerdaten an Werbetreibende zu verkaufen und die Antworten des KI-Systems nicht durch Anzeigen beeinflussen zu lassen.
Werbung erscheint ausschließlich in den Tarifen Free und Go. Die kostenpflichtigen Angebote Plus, Pro und Enterprise bleiben nach Unternehmensangaben werbefrei.
OpenAI plant zusätzliche Werbeformate
Mit der Verfügbarkeit in 89 Ländern will OpenAI sein Werbegeschäft technologisch und kommerziell weiterentwickeln. Geplant sind zusätzliche Anzeigenformate, unterschiedliche Kampagnenziele sowie weitere Buchungs- und Messmöglichkeiten.
Darüber hinaus untersucht das Unternehmen, wie Marken innerhalb von ChatGPT künftig stärker mit Verbrauchern interagieren können. Konkrete neue Funktionen oder Einführungstermine wurden bislang nicht genannt.
Die Expansion unterstreicht den wachsenden Stellenwert von KI-Anwendungen als Werbekanal. Für Unternehmen entsteht neben Suchmaschinen, sozialen Netzwerken und Handelsplattformen ein weiteres Umfeld, in dem sich potenzielle Kunden während ihrer Kaufentscheidung erreichen lassen.


