Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August 2026 spürbar verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg von 86,7 Punkten im Juli auf 88,8 Punkte. Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden Monate günstiger.
Gleichzeitig ging die Unsicherheit nach Angaben des ifo Instituts weiter zurück. Trotz erneut gestiegener Energiepreise sieht das Institut damit Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Die Verbesserung zieht sich durch Industrie, Dienstleistungen, Handel und Bau, fällt in den einzelnen Wirtschaftsbereichen jedoch unterschiedlich aus.
Industrie erwartet steigende Produktion
Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima merklich. Die Unternehmen zeigten sich mit ihrer gegenwärtigen Situation erheblich zufriedener und blickten weniger skeptisch auf die weitere Entwicklung.
Für die kommenden drei Monate rechnen die Industriebetriebe mit einer steigenden Produktion. Ein wesentlicher Schwachpunkt bleibt allerdings die Nachfrage: Mit ihren Auftragsbeständen sind die Unternehmen weiterhin unzufrieden. Die bessere Stimmung bedeutet damit noch keine durchgehend positive Entwicklung der Industrie.
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Dienstleister blicken optimistischer nach vorn
Auch im Dienstleistungssektor hellte sich die Stimmung auf. Sowohl die Einschätzung der laufenden Geschäfte als auch die Erwartungen verbesserten sich. Innerhalb des Sektors bestehen allerdings weiterhin erhebliche Unterschiede.
Besonders die IT-Dienstleister äußerten sich zuversichtlicher. Im Bereich Transport und Logistik bleibt die Geschäftslage dagegen schwierig. Die Erholung der Stimmung erfasst den Dienstleistungssektor somit nicht gleichermaßen.
Handel meldet bessere laufende Geschäfte
Im Handel setzte der Geschäftsklimaindikator seine Aufwärtsbewegung ebenfalls fort. Die Unternehmen waren zufriedener mit ihrer gegenwärtigen Geschäftssituation und bewerteten auch die weitere Entwicklung günstiger als zuvor.
Besonders ausgeprägt war die Verbesserung im Großhandel. Dort machte die Stimmung nach Angaben des ifo Instituts einen deutlichen Sprung nach oben. Damit trägt auch der Handel zur insgesamt freundlicheren Bewertung der deutschen Konjunktur bei.
Bauwirtschaft wird weniger pessimistisch
Im Bauhauptgewerbe erhöhte sich der Geschäftsklimaindex ebenfalls. Anders als in anderen Wirtschaftsbereichen ging die Verbesserung jedoch nicht von einer günstigeren Beurteilung der laufenden Geschäfte aus. Die Unternehmen korrigierten ihre Einschätzung der aktuellen Lage sogar leicht nach unten.
Ausschlaggebend waren vielmehr die Erwartungen für die kommenden Monate. Die Baubetriebe blickten merklich weniger pessimistisch in die Zukunft. Damit verbessert sich auch in diesem weiterhin schwierigen Wirtschaftsbereich zumindest die Stimmung hinsichtlich der weiteren Entwicklung.
Breitere Aufhellung stützt Hoffnung auf Erholung
Der Sprung des ifo Geschäftsklimaindex um 2,1 Punkte zeigt eine vergleichsweise breite Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft. Besonders relevant ist, dass neben der aktuellen Lage auch die Erwartungen der Unternehmen günstiger ausfallen und die Unsicherheit weiter abnimmt.
Gleichzeitig bleiben Belastungsfaktoren bestehen. Die Industrie beklagt weiterhin eine schwache Auftragslage, Transport und Logistik befinden sich in einer schwierigen Situation und die Bauunternehmen bewerten ihre laufenden Geschäfte etwas schlechter. Dennoch wertet das ifo Institut die Entwicklung trotz höherer Energiepreise als Zeichen einer Erholung der deutschen Wirtschaft.






