Die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen hat sich zuletzt – mit Ausnahmen – spürbar verbessert. Laut aktuellen Daten des ifo Instituts sind die Erwartungen für das laufende Jahr wieder leicht positiv. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem die Industrie, während der Handel weiterhin zurückhaltend bleibt.
Industrie sorgt für Stimmungsaufhellung
Besonders deutlich zeigt sich die Trendwende im verarbeitenden Gewerbe. Nach einem schwachen Jahresende 2025 haben viele Industriebetriebe ihre Investitionspläne nach oben korrigiert. Vor allem nicht-energieintensive Branchen planen wieder häufiger, ihre Ausgaben zu erhöhen. Dazu zählen unter anderem der Maschinenbau und die Automobilindustrie, die zuletzt eine deutliche Verbesserung ihrer Erwartungen meldeten.
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Energieintensive Branchen bleiben unter Druck
Anders stellt sich die Lage in energieintensiven Industrien dar. Hier bleibt die Investitionsbereitschaft weiterhin gedämpft. Insbesondere die chemische Industrie zeigt keine Erholung, sondern sogar eine weitere Verschlechterung der Erwartungen. Steigende Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten belasten die Planungen zusätzlich.
Forschung und Entwicklung gewinnen an Bedeutung
Neben klassischen Investitionen legen auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wieder zu. Unternehmen im Maschinen- und Fahrzeugbau planen nach zuvor angekündigten Kürzungen nun wieder steigende Budgets. Insgesamt deutet sich im verarbeitenden Gewerbe eine Rückkehr zu mehr Innovationsinvestitionen an.
Fokus auf Software und Künstliche Intelligenz
Ein klarer Trend zeigt sich bei Investitionen in digitale Technologien. Branchenübergreifend wollen Unternehmen mehr in Software investieren. Dabei spielt die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz eine zentrale Rolle. Digitalisierung und Automatisierung werden damit zu wichtigen Treibern der Investitionstätigkeit.
Handel bleibt Schlusslicht
Während Industrie und Teile des Dienstleistungssektors optimistischer werden, bleibt der Handel deutlich zurückhaltender. Die Investitionserwartungen verharren weiterhin im negativen Bereich. Unsichere Konsumaussichten und strukturelle Herausforderungen sorgen hier für anhaltende Zurückhaltung.
Dienstleistungen mit moderatem Optimismus
Im Dienstleistungssektor zeigt sich dagegen ein leichter Aufwärtstrend. Die Unternehmen haben ihre ohnehin positiven Erwartungen weiter verbessert. Damit entwickelt sich der Bereich stabiler als der Handel, bleibt jedoch hinter der Dynamik der Industrie zurück.
Erholung mit Risiken
Trotz der insgesamt besseren Stimmung bleibt das Umfeld herausfordernd. Steigende Energiekosten und geopolitische Spannungen bremsen eine stärkere Erholung. Dennoch deutet die Entwicklung darauf hin, dass sich die Investitionstätigkeit in Deutschland langsam stabilisiert – getragen vor allem von Industrie, Innovation und Digitalisierung.


