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IW halbiert Wachstumsprognose für 2026 wegen Iran-Krieg und Energiekrise

Deutschland Flagge inmitten vieler Euro Geldscheine
Foto: depositphotos.com

Key takeaways

Das Institut der deutschen Wirtschaft erwartet für 2026 nur noch ein schwaches Wachstum. Krieg im Nahen Osten, steigende Energiepreise und schwache Investitionen belasten Exporte, Konsum und Arbeitsmarkt gleichermaßen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die deutsche Wirtschaft steuert laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) auch 2026 nur auf ein schwaches Wachstum zu. Grund dafür sind vor allem die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten, steigende Energiepreise sowie zunehmende Belastungen im Welthandel. Das IW senkte seine Wachstumsprognose für das kommende Jahr deutlich auf nur noch gut 0,4 Prozent.

Damit halbierte das Institut seine bisherige Prognose nahezu. Die erhoffte wirtschaftliche Erholung nach mehreren Krisenjahren bleibt nach Einschätzung der Ökonomen erneut aus.

Exporte und Investitionen bleiben unter Druck

Besonders belastet bleibt das deutsche Exportgeschäft. Die Ausfuhren sollen 2026 um 0,3 Prozent zurückgehen – bereits das vierte Minusjahr in Folge. Während der Welthandel insgesamt wächst, verliert die deutsche Industrie laut IW zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen verlagern zudem verstärkt Produktionskapazitäten ins Ausland.

Auch die Investitionstätigkeit entwickelt sich schwächer als erwartet. Das IW reduzierte seine Prognose für die Anlageinvestitionen von zuvor 2,2 auf nur noch 1,2 Prozent Wachstum. Vor allem Investitionen in Maschinen und Nutzfahrzeuge liegen weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie.

Viele Unternehmen zeigen sich zurückhaltend: Laut IW plant nur noch jedes fünfte Unternehmen höhere Investitionen, während deutlich mehr Betriebe Ausgaben reduzieren wollen.

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Inflation belastet Konsum und Arbeitsmarkt

Der private Konsum dürfte 2026 weitgehend stagnieren. Höhere Preise für Energie und Lebensmittel treiben die Inflation laut Prognose wieder auf über drei Prozent und schmälern die Kaufkraft vieler Haushalte.

Die schwache Konjunktur wirkt sich zunehmend auch auf den Arbeitsmarkt aus. Das IW erwartet einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf mehr als drei Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote soll auf 6,4 Prozent steigen. Gleichzeitig dürfte die Zahl der Erwerbstätigen um rund 190.000 Personen sinken.

Staat bleibt wichtigste Konjunkturstütze

Positiv auf die Wirtschaft wirken laut IW vor allem staatliche Ausgaben. Öffentliche Konsumausgaben sowie steigende Verteidigungsinvestitionen stabilisieren die Nachfrage und verhindern einen stärkeren wirtschaftlichen Einbruch.

Allerdings steigen dadurch auch die Belastungen für die öffentlichen Haushalte. Das Staatsdefizit könnte sich 2026 auf rund 156 Milliarden Euro erhöhen. Gleichzeitig würde die Staatsquote wieder auf über 51 Prozent ansteigen.

IW fordert bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen

IW-Konjunkturchef Michael Grömling sieht die deutsche Wirtschaft zunehmend von Krisen überrollt. Statt kurzfristiger Entlastungsmaßnahmen wie Tankrabatten brauche es aus Sicht des Instituts vor allem strukturelle Reformen.

Die Politik müsse die Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Investitionsbedingungen für Unternehmen verbessern. Nur so könne die deutsche Wirtschaft langfristig wieder auf einen stabileren Wachstumspfad zurückkehren.

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