Im ersten Halbjahr 2025 verzeichnete die Intershop Communications AG einen Umsatzrückgang auf 17,2 Mio. Euro – nach 19,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch ein ressourcenintensives Großprojekt sowie schwache Verkaufszahlen im Neukundensegment, insbesondere im Cloud-Geschäft.
Schwache Nachfrage im Cloud-Bereich
Trotz eines leichten Umsatzrückgangs um 1 % auf 10,1 Mio. Euro steigerte die Cloud-Sparte ihren Anteil am Gesamtumsatz auf 59 %. Der Cloud-Auftragseingang sank jedoch deutlich um 41 % auf 6,7 Mio. Euro, was Intershop auf die zurückhaltende Investitionsbereitschaft potenzieller Kunden zurückführt. Auch der Net New ARR – eine zentrale Kennzahl für das Wachstum wiederkehrender Cloud-Umsätze – fiel deutlich: Nur 48 Tsd. Euro wurden neu hinzugewonnen, verglichen mit 1,7 Mio. Euro im Vorjahr.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Dienstleistungen unter Druck
Die Serviceerlöse gingen um 27 % auf 3,7 Mio. Euro zurück, unter anderem aufgrund der geplanten Übergabe von Neuprojekten an Partner sowie Verzögerungen im bereits erwähnten Großprojekt. Auch Lizenz- und Wartungserlöse schrumpften wie erwartet um 8 % auf 3,4 Mio. Euro.
Das operative Ergebnis (EBIT) lag nach sechs Monaten bei -0,9 Mio. Euro (Vorjahr: -0,4 Mio. Euro). Entscheidender Faktor war das zweite Quartal, das mit einem EBIT von -1,0 Mio. Euro deutlich schwächer ausfiel als das erste Quartal, das noch leicht positiv war. Unterm Strich steht ein Periodenverlust von 1,1 Mio. Euro.
Investitionen in Plattform und KI
Intershop erhöhte seine Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen um 16 % auf 3,6 Mio. Euro, insbesondere für Weiterentwicklungen der eigenen Commerce-Plattform und KI-Initiativen. Gleichzeitig wurden die Ausgaben für Vertrieb und Marketing um 22 % reduziert.
Positiv entwickelte sich der operative Cashflow, der sich von -0,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 1,9 Mio. Euro verbesserte. Auch die liquiden Mittel stiegen auf 10,4 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote sank dagegen leicht auf 26 %.
Ausblick bleibt verhalten
Angesichts der schwachen Entwicklung hat Intershop seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt: Nun wird ein Umsatzrückgang von 10 % bis 15 % und ein negatives EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich erwartet. Auch beim Cloud-Auftragseingang und beim Net New ARR rechnet das Unternehmen mit Rückgängen.
CEO Markus Klahn verweist trotz der Rückschläge auf die strategische Weiterentwicklung: „Mit dem Spring 2025 Release unserer KI-gestützten Plattform schaffen wir neue Effizienzpotenziale für unsere Kunden. Gleichzeitig begegnen wir den aktuellen Herausforderungen mit Kostendisziplin und Fokus auf Zukunftsfelder.“


