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Trotz Umsatzrückgang: Intershop schafft operativen Turnaround

Intershop Stammsitz in Jena
Foto: Intershop Communications AG

Key takeaways

➟ Intershop erzielt nach neun Monaten 2026 wieder ein positives EBIT. Der Cloud-Auftragseingang steigt um 29 Prozent auf 14,2 Millionen Euro, während Kostensenkungen die Profitabilität verbessern.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Intershop Communications AG hat in den ersten neun Monaten 2026 trotz rückläufiger Umsätze wieder ein positives operatives Ergebnis erzielt. Der Umsatz des Jenaer Softwareunternehmens sank von 25,2 auf 23,4 Millionen Euro, während sich das EBIT von minus 1,4 Millionen Euro auf plus 0,2 Millionen Euro verbesserte. Ausschlaggebend waren umfangreiche Kostensenkungen und eine höhere Profitabilität im Servicegeschäft. Gleichzeitig legte der Auftragseingang im strategisch wichtigen Cloud-Segment um 29 Prozent zu.

Cloud-Geschäft gewinnt weiter an Bedeutung

Die Cloud-Erlöse erhöhten sich in den ersten neun Monaten um zwei Prozent auf 15,7 Millionen Euro. Ihr Anteil am Konzernumsatz stieg damit von 61 auf 67 Prozent und unterstreicht die zunehmende Bedeutung wiederkehrender Umsätze.

Deutlich stärker entwickelte sich der Cloud-Auftragseingang, der um 29 Prozent auf 14,2 Millionen Euro zulegte. Davon entfielen 10,5 Millionen Euro auf bestehende Kunden und 3,7 Millionen Euro auf Neukunden.

Der jährlich wiederkehrende Cloud-Umsatz (ARR) erreichte Ende September 20,3 Millionen Euro, ein Plus von drei Prozent. Der New ARR stieg um 27 Prozent auf 2,1 Millionen Euro.

Beim Net New ARR, der neue wiederkehrende Umsätze abzüglich Kündigungen berücksichtigt, zeigte sich im Jahresverlauf eine Verbesserung. Im dritten Quartal erreichte die Kennzahl 0,5 Millionen Euro nach 0,2 Millionen Euro im Vorquartal, während der Neunmonatswert mit 0,1 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau blieb.

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Klassisches Lizenzgeschäft verliert weiter Umsatz

Der Umbau zum Cloud-Anbieter belastet weiterhin die Umsätze mit traditionellen Softwarelizenzen und Wartungsverträgen. Dieses Geschäft schrumpfte um 42 Prozent auf 2,9 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 4,9 Millionen Euro erzielt worden waren.

Die Serviceerlöse gingen leicht von 5,0 auf 4,9 Millionen Euro zurück. Allerdings verbesserte sich die Profitabilität dieses Geschäftsbereichs nach der Abnahme eines umfangreichen Kundenprojekts im ersten Quartal deutlich.

Insgesamt erhöhte sich die Bruttomarge des Konzerns um zwei Prozentpunkte auf 48 Prozent. Das Bruttoergebnis lag mit 11,3 Millionen Euro geringfügig unter dem Vorjahreswert von 11,6 Millionen Euro.

Kostensenkungen führen zu positivem Betriebsergebnis

Intershop reduzierte seine Gesamtkosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 23,2 Millionen Euro. Besonders deutlich wirkten sich die bereits 2025 eingeleiteten Sparmaßnahmen auf die betrieblichen Aufwendungen aus.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sanken um sechs Prozent auf 5,1 Millionen Euro. Vertrieb und Marketing verursachten mit 4,2 Millionen Euro zehn Prozent weniger Kosten, während die Verwaltungsausgaben auf 2,2 Millionen Euro zurückgingen.

Das EBIT verbesserte sich dadurch auf 0,2 Millionen Euro. Auch im dritten Quartal blieb das operative Ergebnis mit 45.000 Euro positiv, womit Intershop zum dritten Mal hintereinander einen operativen Quartalsgewinn erzielte.

Das EBITDA stieg im Neunmonatszeitraum von 1,1 auf 2,7 Millionen Euro. Damit zeigt sich die Ergebnisverbesserung auch vor Berücksichtigung von Abschreibungen.

Operativer Cashflow steigt auf 3,6 Millionen Euro

Neben dem operativen Ergebnis entwickelte sich die Liquidität positiv. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich von 1,6 auf 3,6 Millionen Euro und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Die verfügbaren liquiden Mittel stiegen seit Jahresbeginn um 0,8 Millionen Euro auf 9,6 Millionen Euro. Das Eigenkapital blieb mit rund zwölf Millionen Euro stabil, während sich die Eigenkapitalquote von 36 auf 37 Prozent verbesserte.

Die Entwicklung verschafft dem Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum für die Weiterentwicklung seiner Softwareplattform. Gleichzeitig bleibt die zurückhaltende Investitionsbereitschaft vieler Geschäftskunden eine Herausforderung.

Intershop setzt auf KI-gestützten B2B-Commerce

Strategisch konzentriert sich Intershop auf den Ausbau seiner Plattform für den digitalen Handel zwischen Unternehmen. Dabei gewinnen KI-gestützte Anwendungen an Bedeutung, die Einkaufs- und Vertriebsprozesse zunehmend automatisieren sollen.

Das Unternehmen entwickelt seine Technologie in Richtung sogenannter Agentic-Commerce-Lösungen weiter. Diese sollen Hersteller, Großhändler und Unternehmensgruppen dabei unterstützen, komplexe digitale Handelsabläufe effizienter zu organisieren.

Nach Angaben von Intershop wurde die technologische Positionierung im Branchenvergleich Paradigm B2B Combine 2026 positiv bewertet. In elf von zwölf untersuchten Kategorien erhielt der Softwareanbieter Spitzenbewertungen.

Intershop bestätigt Prognose für 2026

Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen bisherigen Erwartungen fest. Der Cloud-Auftragseingang und der Net New ARR sollen jeweils das Niveau des Vorjahres erreichen.

Beim Konzernumsatz rechnet Intershop weiterhin mit einem Rückgang, der prozentual etwas geringer ausfallen soll als im Vorjahr. Dank der verbesserten Kostenstruktur erwartet das Management ein ausgeglichenes EBIT.

Die Geschäftsentwicklung zeigt, dass der Konzern seine Profitabilität trotz des laufenden Umsatzumbaus stabilisieren konnte. Für nachhaltiges Wachstum wird allerdings entscheidend sein, ob die steigenden Cloud-Aufträge künftig zu höheren wiederkehrenden Erlösen führen.

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