Der Streamingkonzern Netflix hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz um rund zwölf Prozent auf 12,87 Milliarden US-Dollar gesteigert. Der Nettogewinn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar. Höhere Abonnementpreise, steigende Mitgliederzahlen und zusätzliche Werbeeinnahmen unterstützten das Wachstum. Für das Gesamtjahr bestätigt Netflix seine Umsatzprognose von 51,1 Milliarden Dollar, senkt allerdings die Erwartungen an das Werbegeschäft.
Operativer Gewinn steigt auf 4,46 Milliarden Dollar
Netflix erzielte zwischen Juli und September einen operativen Gewinn von 4,46 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Anstieg von rund 37 Prozent.
Die operative Marge verbesserte sich von 28,2 auf 34,6 Prozent und übertraf damit die ursprünglichen Erwartungen. Neben dem Umsatzwachstum trugen zeitliche Verschiebungen bei den Aufwendungen zur höheren Profitabilität bei.
Der verwässerte Gewinn je Aktie erhöhte sich von 0,59 auf 0,87 Dollar. Auch die Kundenbindung entwickelte sich positiv: Nach Unternehmensangaben gingen die Kündigungsquoten weltweit und in den USA gegenüber dem Vorjahr zurück.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Werbeumsatz bleibt hinter bisherigen Erwartungen
Für 2026 rechnet Netflix weiterhin mit einem Gesamtumsatz von rund 51,1 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von etwa 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die operative Jahresmarge soll 31,5 Prozent erreichen, nachdem sie 2025 bei 29,5 Prozent gelegen hatte. Gleichzeitig korrigierte Netflix seine Erwartungen für das Werbegeschäft nach unten.
Statt der bislang angepeilten drei Milliarden Dollar erwartet das Unternehmen nun Werbeerlöse von ungefähr 2,7 Milliarden Dollar. Als Grund nennt Netflix die langsamere Einführung bestimmter Werbetechnologien.
Das werbefinanzierte Abonnement soll 2027 in 15 weiteren Ländern eingeführt werden. Die erste Erweiterungsrunde ist für März vorgesehen und umfasst unter anderem neun Märkte in der EMEA-Region sowie Kolumbien, Peru und Neuseeland.
Streaminggeschäft wächst in allen Weltregionen
Nordamerika bleibt der wichtigste Markt für Netflix. In den USA und Kanada stieg der Quartalsumsatz um elf Prozent auf 5,63 Milliarden Dollar.
In Europa, dem Nahen Osten und Afrika erwirtschaftete der Konzern 4,11 Milliarden Dollar, ebenfalls elf Prozent mehr als im Vorjahr. Lateinamerika verzeichnete mit 17 Prozent das höchste nominale Wachstum und erreichte 1,60 Milliarden Dollar.
Im asiatisch-pazifischen Raum legten die Erlöse um zwölf Prozent auf 1,54 Milliarden Dollar zu. Währungsbereinigt lag das Wachstum dort bei 15 Prozent.
Besonders erfolgreich entwickelte sich Indien. Die Streamingstunden stiegen um 24 Prozent, während der Umsatz auf vergleichbarer Währungsbasis um etwa 18 Prozent zunahm.
Netflix erweitert Angebot durch Partnerschaften
Neben eigenen Produktionen setzt Netflix verstärkt auf lizenzierte Inhalte und Kooperationen mit anderen Medienunternehmen. Dazu gehören eine Partnerschaft mit dem französischen Fernsehsender TF1 sowie eine neue Lizenzvereinbarung mit Disney.
Mit TF1 erweitert Netflix sein französisches Angebot um zusätzliche Serien, Filme, Nachrichten und Sportinhalte. Erste Auswertungen deuten nach Unternehmensangaben auf eine steigende Nutzung hin.
Auch internationale Eigenproduktionen bleiben ein wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie. Netflix verweist darauf, dass nicht englischsprachige Inhalte inzwischen mehr als ein Drittel der gesamten Sehdauer ausmachen.
NFL-Spiele und Boxkampf sollen Zuschauer gewinnen
Im vierten Quartal setzt Netflix verstärkt auf Liveveranstaltungen. Geplant sind drei NFL-Spiele rund um Thanksgiving und Weihnachten sowie ein Boxkampf zwischen Tyson Fury und Anthony Joshua.
Ergänzt wird das Programm durch neue Serien und Filme. Dazu gehören weitere Staffeln von The Diplomat, Lupin und The Empress sowie das Finale von Emily in Paris.
Mit dieser Kombination will Netflix die Nutzung seiner Plattform erhöhen und bestehende Abonnenten langfristig binden. Gleichzeitig sollen attraktive Liveformate zusätzliche Werbekunden ansprechen.
Netflix kauft Aktien für 4,8 Milliarden Dollar zurück
Der freie Cashflow erreichte im dritten Quartal 2,88 Milliarden Dollar nach 2,66 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr senkte Netflix seine Cashflow-Prognose von 12,5 auf rund zwölf Milliarden Dollar.
Im Berichtsquartal kaufte das Unternehmen eigene Aktien im Wert von 4,8 Milliarden Dollar zurück. Für weitere Rückkäufe stehen nach Unternehmensangaben noch Genehmigungen über 22,3 Milliarden Dollar zur Verfügung.
Für das Schlussquartal erwartet Netflix einen Umsatz von rund 13,44 Milliarden Dollar und eine operative Marge von 26 Prozent. Die Prognose berücksichtigt auch Belastungen durch angekündigte Personalreduzierungen.


