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Jobangst in Deutschland auf höchstem Stand seit 2009

Frau vor Rechnungen am Tisch mit zusammengeschlagener Hände
Symbolbild - Foto: Kaboompics.com / Pexels

Key takeaways

Eine neue EY-Studie zeigt: 16 % der Deutschen sehen ihren Job als unsicher – der höchste Wert seit 2009. Besonders betroffen sind Jüngere und Geringverdiener. Viele Bürger wollen 2026 bei größeren Anschaffungen sparen – außer bei Lebensmitteln.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Unsicherheit auf dem deutschen Arbeitsmarkt nimmt spürbar zu. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft EY zeigt: 16 Prozent der Bundesbürger halten ihren Arbeitsplatz für „sehr unsicher“ oder „eher unsicher“ – der höchste Wert seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Besonders betroffen sind junge Menschen und Personen mit geringem Einkommen. Auch Arbeitsagentur-Chefin Andreas Nahles (SPD) warnte im Dezember vor einer „dramatischen Lage“ am Jobmarkt.

Jüngere und Geringverdiener besonders besorgt

Die EY-Analyse, über die WELT berichtet, basiert auf einer repräsentativen Befragung von rund 1000 Personen im November 2025. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Anteil derjenigen, die ihren Job als unsicher empfinden, um drei Prozentpunkte. Vor allem Jüngere machen sich Sorgen: In der Altersgruppe unter 35 Jahren sehen 21 Prozent ihren Arbeitsplatz als gefährdet – deutlich mehr als bei den über 55-Jährigen, von denen nur zehn Prozent ähnliche Bedenken äußern.

Noch deutlicher fällt die Kluft beim Einkommen aus. Unter Geringverdienern mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 Euro schätzen 36 Prozent ihren Job als unsicher ein. Bei Gutverdienern mit über 70.000 Euro Einkommen liegt dieser Wert bei nur acht Prozent.

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Konjunktursorgen dämpfen Kauflaune

Die wachsende Jobangst schlägt sich auch auf das Konsumverhalten nieder. Laut EY wollen 48 Prozent der Befragten im Jahr 2026 bei größeren Anschaffungen wie Autos, Möbeln oder Unterhaltungselektronik sparen. Auch bei Restaurantbesuchen und Freizeitaktivitäten wird Zurückhaltung geübt. Einzige Ausnahme: Der Einkauf von Lebensmitteln – hier planen einige Haushalte sogar mit höheren Ausgaben.

Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY, beobachtet eine tief sitzende Verunsicherung in der Bevölkerung: „Wir sehen eine große Skepsis, sowohl in Bezug auf die eigene Finanzlage als auch hinsichtlich der Konjunktur und der generellen Entwicklung des Standorts Deutschland.“ Dennoch sieht Ahlers keinen Grund zur Panik: „Die Mehrheit der Menschen lässt sich nicht verrückt machen. Sobald die Konjunktur wieder anspringt, dürfte die Zuversicht zurückkehren.“

Trotz der negativen Stimmung halten 84 Prozent der Befragten ihren Arbeitsplatz derzeit noch für sicher, 45 Prozent sogar für sehr sicher. Die Zahlen zeigen jedoch: Der Glaube an die Stabilität des Arbeitsmarkts bröckelt – insbesondere in jenen Gruppen, die ohnehin wirtschaftlich weniger abgesichert sind.

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