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Deutscher Mittelstand zieht sich zunehmend aus dem US-Geschäft zurück

MAGA Cap und USA Flagge
Foto: Polina Zimmermann / Pexels

Key takeaways

Immer mehr deutsche Mittelständler ziehen sich aus dem US-Geschäft zurück. Laut einer KfW-Befragung berichten 52 Prozent der Unternehmen mit US-Beziehungen von negativen Auswirkungen der aktuellen Handelspolitik. Besonders der Export in die USA ist rückläufig, während politische Unsicherheit Investitionen und Geschäftsbeziehungen bremst.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die wirtschaftspolitischen Veränderungen in den USA führen zu einem spürbaren Rückzug deutscher Mittelständler aus dem US-Geschäft. Laut einer aktuellen Sonderbefragung von KfW Research berichten 52 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Vereinigten Staaten von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit. Für 36 Prozent der Unternehmen hat sich die Situation bislang nicht verändert, während lediglich rund sieben Prozent von der neuen US-Politik profitieren konnten.

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage unter kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro, die im Januar 2026 durchgeführt wurde.

Deutlich weniger Geschäftsbeziehungen in die USA

Die politischen und handelspolitischen Veränderungen haben dazu geführt, dass sich immer mehr Mittelständler aus dem US-Markt zurückziehen. Der Anteil der Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in die Vereinigten Staaten ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Während im September 2019 noch 18,7 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland geschäftlich mit den USA verbunden waren, lag dieser Anteil im Januar 2026 nur noch bei 11,3 Prozent.

Dieser Rückgang zeigt, dass viele Unternehmen ihre internationalen Aktivitäten neu ausrichten und Risiken im US-Markt zunehmend vermeiden.

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Rückzug vor allem im Exportgeschäft

Besonders stark betroffen ist das Exportgeschäft. Immer weniger mittelständische Unternehmen liefern direkt in die USA oder sind indirekt über Lieferketten mit dem amerikanischen Markt verbunden.

Im Januar 2026 hatten lediglich noch 5,8 Prozent der rund 3,9 Millionen deutschen Mittelständler direkte Kunden in den Vereinigten Staaten. 2019 lag dieser Anteil noch bei 7,1 Prozent, 2025 sogar bei 8,5 Prozent.

Auch indirekte Exportbeziehungen sind deutlich zurückgegangen. Nur noch drei Prozent der Unternehmen beliefern Kunden in Deutschland oder der Europäischen Union, die ihre Produkte anschließend in die USA exportieren. Zum Vergleich: 2019 lag dieser Wert noch bei 7,4 Prozent, 2025 bei 5,1 Prozent.

Zollpolitik sorgt für Unsicherheit

Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist die aktuelle US-Handelspolitik. Die Zollstrategie der seit Anfang 2025 amtierenden US-Regierung belastet nach Einschätzung vieler Unternehmen den internationalen Handel erheblich.

Neben konkreten Kostensteigerungen durch neue Zölle sorgt vor allem die Unsicherheit über zukünftige politische Entscheidungen für Zurückhaltung bei Investitionen und Geschäftsbeziehungen.

Zusätzliche Verunsicherung entstand durch ein Urteil des US-Supreme Courts, der einen großen Teil der verhängten Zölle für unwirksam erklärte. Die rechtliche Unsicherheit erschwert langfristige Planungen für exportorientierte Unternehmen zusätzlich.

Vertrauen in US-Wirtschaftspolitik entscheidend

Nach Einschätzung von KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher dürfte die Zurückhaltung deutscher Unternehmen gegenüber dem US-Markt noch länger anhalten.

„Die Zollpolitik der US-Regierung belastet den deutschen Mittelstand. Die Unternehmen sind außerdem sehr verunsichert über die künftige Entwicklung der US-Politik“, erklärte Schumacher. Erst wenn wieder mehr Vertrauen in die amerikanische Wirtschaftspolitik entsteht, dürfte sich die Situation entspannen.

Bis dahin orientieren sich viele Mittelständler stärker an anderen internationalen Märkten oder konzentrieren sich auf Europa und alternative Absatzregionen.

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