Das Konsumverhalten befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Wirtschaftliche Unsicherheit, schwindendes Vertrauen in klassische Institutionen und der wachsende Einfluss Künstlicher Intelligenz verändern grundlegend, wie Konsumenten Produkte auswählen und bewerten. Eine aktuelle Studie von Roland Berger zeigt, dass traditionelle Markenmechanismen zunehmend an Bedeutung verlieren.
Zwischen persönlicher Stabilität und wirtschaftlicher Skepsis
Auffällig ist die widersprüchliche Wahrnehmung vieler Konsumenten: Während sie ihre eigene Lebenssituation häufig positiv einschätzen, überwiegt gleichzeitig eine kritische Sicht auf die gesamtwirtschaftliche Lage. Dieses Spannungsfeld prägt das Kaufverhalten deutlich. Konsumenten agieren vorsichtiger, vergleichen intensiver und hinterfragen ihre Ausgaben stärker als in der Vergangenheit.
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Marken verlieren an Strahlkraft
Klassische Markenbotschaften verlieren zunehmend an Wirkung. Stattdessen gewinnen persönliche Netzwerke und Empfehlungen aus dem direkten Umfeld an Bedeutung. Produkte werden häufiger über soziale Kontakte entdeckt, während die Markenreputation als Kaufargument an Relevanz verliert. Für Unternehmen bedeutet das, dass Sichtbarkeit allein nicht mehr ausreicht – entscheidend sind Glaubwürdigkeit und nachweisbarer Mehrwert.
Künstliche Intelligenz wird zum Gatekeeper
Ein besonders tiefgreifender Wandel zeigt sich im Einfluss von KI auf Kaufentscheidungen. Immer mehr Konsumenten nutzen intelligente Systeme zur Recherche und Bewertung von Produkten. KI filtert Informationen, priorisiert Angebote und beeinflusst damit maßgeblich, welche Produkte überhaupt in die engere Auswahl kommen. Unternehmen müssen ihre Angebote daher so aufbereiten, dass sie in diesen digitalen Entscheidungssystemen sichtbar und verständlich bleiben.
Polarisierung zwischen Qualität und Preis
Parallel entwickelt sich der Markt in zwei entgegengesetzte Richtungen. Ein Teil der Konsumenten setzt verstärkt auf Qualität und Langlebigkeit, während ein anderer konsequent auf günstige Preise fokussiert. Discountangebote gewinnen dabei branchenübergreifend an Bedeutung und werden zunehmend von allen Einkommensgruppen genutzt. Diese Polarisierung zwingt Unternehmen dazu, ihre Positionierung klar zu definieren und gezielt auf unterschiedliche Konsumentensegmente auszurichten.




