Der Handel investiert auch 2026 weiter in seine stationären Geschäfte – trotz hoher Kosten und eines weiterhin fragilen wirtschaftlichen Umfelds. Allerdings steht die Optimierung bestehender Flächen deutlich stärker im Fokus als die Neueröffnung zusätzlicher Filialen. Neue Standorte entstehen vor allem bei preisorientierten Nonfood-Filialisten sowie Drogerie- und Lebensmittelmärkten, häufig jedoch als Verlagerungen ohne nennenswerte Netto‑Expansion. Dies zeigt der neue EHI‑„Laden‑Monitor 2026“.
Rückgang der Gesamtinvestitionen – LEH erhöht Ausgaben
Die Gesamtinvestitionen des deutschen Einzelhandels in Neu‑, Aus‑ und Umbauten belaufen sich 2025 auf 7,02 Mrd. Euro. Gegenüber der Studie von 2023 entspricht dies einem Rückgang um 2,1 Mrd. Euro bzw. 23 Prozent. Trotz des Rückgangs steigern insbesondere Lebensmittelhändler ihre Ausgaben. Für neue Märkte bis 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche investieren sie 961 Euro pro Quadratmeter – 13 Prozent mehr als 2022. Größere Märkte ab 2.500 Quadratmeter liegen bei 711 Euro pro Quadratmeter und damit fünf Prozent über dem Wert von vor drei Jahren.
Haupttreiber ist weiterhin die Kältetechnik. Aufgrund zusätzlicher Verbrauchsträger und verschärfter Vorgaben der F‑Gas‑Verordnung investieren Foodhändler verstärkt in energieeffiziente Anlagen. Für Store Design bleibt daher häufig ein kleineres Budget. „Da ein hochwertiges Ladenbild aber weiter das Ziel ist, plant man jetzt mehr mit preisgünstigeren Materialien, geänderten Qualitäten und der Weiterverwendung vorhandener Einrichtungen“, erklärt Claudia Horbert, Leiterin des Forschungsbereichs Ladenplanung und Autorin der Studie.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Modehandel reduziert Kosten – Effizienz gewinnt an Bedeutung
Im textilen Fachhandel sinken die Kosten für eine Neueinrichtung um 9,6 Prozent auf 590 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche. Unternehmen gelingt es zunehmend, kreative Wareninszenierungen mit wirtschaftlicher Effizienz zu verbinden – eine Entwicklung, die insbesondere Händler mit stagnierenden oder rückläufigen Ladenbaubudgets vorantreiben. Die Zyklen für Komplettumbauten liegen bei 12 Jahren im Food‑ und 8,9 Jahren im Nonfood‑Handel.
Nachhaltigkeit als fester Bestandteil der Planungskultur
Nachhaltigkeit ist zu einem zentralen Faktor im Ladenbau geworden. Händler achten verstärkt auf langlebige Materialien, geringere Materialmengen und die Wiederverwendung bestehender Einrichtungen. Im Durchschnitt nutzen sie nach Umbauten rund 50 Prozent der vorhandenen Einrichtung weiter. 42 Prozent der befragten Unternehmen verfügen bereits über eigene zirkulare Systeme oder kooperieren mit entsprechenden Lieferanten.
Auch die Erwartungen an Innovationskraft und technische Kompetenz der Ladenbaupartner steigen. Händler beschäftigen sich intensiver mit neuen nachhaltigen Materialien und Produktinnovationen und sind offener für gemeinsame Entwicklungsprozesse. Dies führt zu Anpassungen im Lieferantenpool, insbesondere bei Einrichtung und Beleuchtung. Ausschreibungen gewinnen aufseiten des Handels weiter an Bedeutung.


