Loyalty Apps sind im Alltag der Verbraucher fest etabliert, doch ihre tatsächliche Wirkung auf die Kundenbindung bleibt begrenzt. Eine aktuelle Studie von IFH MEDIA ANALYTICS und MEDIA CENTRAL zeigt: Zwar nutzen inzwischen 91 Prozent der Konsumenten mindestens eine Loyalty App, doch echte Loyalität entsteht daraus nur selten.
Hohe Verbreitung, stagnierende Nutzung
Die Nutzung von Loyalty Apps hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig stagniert jedoch die Anzahl der aktiv genutzten Anwendungen pro Person. Im Durchschnitt greifen Verbraucher auf rund vier Apps zurück – ein Wert, der sich kaum verändert hat.
Im Wettbewerb der Anbieter behauptet sich PAYBACK weiterhin klar als meistgenutzte Plattform. Dahinter folgen Programme einzelner Händler wie LIDL Plus, REWE Bonus und die Kaufland Card. Branchenübergreifende Programme und Händler-Apps liegen dabei in der Nutzung nahezu gleichauf.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Preis schlägt Loyalität
Trotz hoher Akzeptanz zeigt sich eine zentrale Schwäche: Die Mehrheit der Nutzer entscheidet sich im Zweifel für das beste Angebot – unabhängig von bestehenden Kundenbindungsprogrammen. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei preisbewussten und älteren Zielgruppen.
Mehr als die Hälfte der Befragten wechselt regelmäßig zwischen verschiedenen Apps, um jeweils den besten Vorteil zu nutzen. Loyalty Apps werden damit weniger als Bindungsinstrument, sondern vielmehr als situatives Sparwerkzeug eingesetzt.
Push-Nachrichten oft als störend empfunden
Ein zentrales Problem liegt in der Nutzeransprache: Push-Benachrichtigungen werden von vielen Konsumenten als störend wahrgenommen. Gleichzeitig fehlt es häufig an Übersichtlichkeit innerhalb der Apps, was die aktive Nutzung erschwert.
Viele Angebote werden entweder nicht aktiv gefunden oder zur falschen Zeit ausgespielt. Dadurch verlieren Loyalty Apps an Relevanz im tatsächlichen Einkaufsprozess und können ihr Potenzial nicht voll entfalten.
Verzahnung mit anderen Kanälen entscheidend
Die Studie zeigt, dass erfolgreiche Kundenansprache über mehrere Kanäle hinweg erfolgen muss. Während digitale Apps gezielt genutzt werden, sorgen klassische Formate wie Prospekte oder Vor-Ort-Werbung für zusätzliche Impulse und Orientierung.
Die hohe Verbreitung von Loyalty Apps bedeutet nicht automatisch eine starke Kundenbindung. Entscheidend ist vielmehr, wie gut es Anbietern gelingt, relevante Inhalte zur richtigen Zeit über passende Kanäle bereitzustellen.


