Der britische Handelskonzern Next hat Interesse an einer möglichen Übernahme der insolvenzbedrohten Modemarke LK Bennett signalisiert. Wie der britische Sender Sky News berichtet, bereitet Next ein selektives Angebot vor, das sich vorrangig auf die Marke selbst sowie damit verbundene geistige Eigentumsrechte konzentriert. Das stationäre Filialnetz der Modemarke spielt demnach eine untergeordnete Rolle.
Insolvenzverfahren eröffnet strategische Optionen
LK Bennett hat in der vergangenen Woche offiziell Insolvenzverwaltung beantragt und steht somit erneut vor einem potenziellen Marktaustritt – es wäre der zweite innerhalb von sechs Jahren. Next sieht dennoch Potenzial in der Traditionsmarke, die für elegante Damenmode und hochwertige Schuhe steht. Der Handelsriese verfolgt dabei eine bewährte Strategie: Statt kostenintensiver Ladenflächen setzt man auf digitale Vermarktung und Integration in die eigene Infrastruktur.
Die bisherigen Übernahmen von Marken wie Seraphine oder Cath Kidston zeigen, dass Next in der Lage ist, angeschlagene Unternehmen über den eigenen E-Commerce-Kanal neu zu positionieren. Auch bei LK Bennett könnte dieses Modell greifen – vorausgesetzt, das geistige Eigentum inklusive Markennamen, Designrechten und Online-Vertriebspotenzial wird gesichert.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Weitere Interessenten im Wettbewerb
Neben Next gelten auch Marks & Spencer sowie TFG London als mögliche Käufer. Letzteres ist die britische Tochter der südafrikanischen Foschini Group und Eigentümer der Modemarke White Stuff. Alle Interessenten verfolgen offenbar einen ähnlichen Ansatz: Ziel ist der Erwerb des Markenwerts, nicht das gesamte operative Geschäft.
Für LK Bennett könnte eine solche Übernahme die letzte Chance bedeuten, den Markenauftritt zu retten und sich künftig digital neu auszurichten. Der Zeitdruck ist hoch: Ohne rasche Lösung droht die Abwicklung des Unternehmens. Branchenkenner erwarten in den kommenden Wochen eine Entscheidung.


