Der deutsche Logistikimmobilienmarkt ist mit deutlichem Rückenwind in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal wurde laut BNP Paribas ein Flächenumsatz von rund 1,5 Millionen Quadratmetern registriert – ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr und leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich der Markt damit bemerkenswert robust.
Großabschlüsse treiben Marktdynamik
Auffällig ist insbesondere die steigende Zahl großflächiger Vertragsabschlüsse. Das Segment über 20.000 Quadratmeter legte im Jahresvergleich um 69 Prozent zu. Insgesamt wurden deutlich mehr Verträge registriert als in den Jahren nach 2022, was auf eine spürbare Marktbelebung hindeutet.
Vor allem Logistikdienstleister prägen die Nachfrage. Sie stehen hinter einem Großteil der Abschlüsse und profitieren häufig von Aufträgen aus dem E-Commerce, der weiterhin als zentraler Wachstumstreiber fungiert.
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Top-Standorte mit unterschiedlicher Entwicklung
Die wichtigsten Logistikregionen – darunter Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln – erzielten zusammen einen Flächenumsatz von 632.000 Quadratmetern, was einem Anstieg von über 25 Prozent entspricht.
Besonders heraus sticht Köln mit einem außergewöhnlich hohen Ergebnis, das vor allem auf zwei Großabschlüsse zurückzuführen ist. Hamburg und Berlin folgen mit soliden Zuwächsen, während Frankfurt ebenfalls deutlich über der Marke von 100.000 Quadratmetern liegt. Düsseldorf verzeichnet nach einem Rekordjahr einen Rückgang, bleibt jedoch überdurchschnittlich. München zeigt starkes Wachstum, während Leipzig einen schwachen Jahresauftakt erlebt.
Auch das Ruhrgebiet konnte mit einem deutlichen Plus überzeugen und zählt zu den dynamischsten Regionen im ersten Quartal.
Logistikdienstleister dominieren Nachfrage
Mit einem Anteil von rund 46 Prozent stellen Logistikdienstleister die stärkste Nutzergruppe dar und erreichen den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Produzierende Unternehmen und Handelsunternehmen steigern ihre Nachfrage zwar ebenfalls, bleiben jedoch unter ihren langfristigen Durchschnittswerten.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass viele Unternehmen verstärkt auf externe Logistiklösungen setzen, um flexibler auf volatile Marktbedingungen reagieren zu können.
Mieten ziehen weiter an
Das Mietpreisniveau ist in mehreren Top-Märkten erneut leicht gestiegen. Besonders in Berlin und Hamburg wurden neue Höchstwerte erreicht. München bleibt weiterhin der teuerste Standort, während Frankfurt, Düsseldorf und Köln ebenfalls hohe Mietniveaus aufweisen.
Im Durchschnitt stiegen die Spitzenmieten in den wichtigsten Märkten um rund vier Prozent, die Durchschnittsmieten sogar um etwa fünf Prozent. Leipzig bleibt im Vergleich deutlich günstiger.
Ausblick bleibt positiv – trotz Risiken
Für den weiteren Jahresverlauf sind die Perspektiven grundsätzlich positiv. Der starke Jahresauftakt deutet darauf hin, dass der Gesamtflächenumsatz 2026 die Marke von sechs Millionen Quadratmetern erneut überschreiten könnte.
Gleichzeitig bestehen Risiken durch geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise und Unsicherheiten im Welthandel. Investitionsprogramme in Infrastruktur und Verteidigung könnten jedoch zusätzliche Impulse liefern. Auch die Expansion internationaler E-Commerce-Anbieter dürfte die Nachfrage weiter ankurbeln.
Ein begrenztes Flächenangebot in einigen Kernmärkten könnte künftig zu weiter steigenden Mieten führen, während in anderen Regionen ein Überangebot besteht. Diese unterschiedlichen Entwicklungen werden den Markt im weiteren Jahresverlauf prägen.


