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Textilverband konstatiert: Große Modeketten dominieren den stationären Handel

Mitarbeiter in einer Mode-Boutique vor Regalen mit Produkten
Foto: Antonio Sokic / Pexels

Key takeaways

Große Handelsunternehmen bauen ihre Marktanteile im stationären Modehandel weiter aus. Ihr Anteil liegt nun bei 64,7 Prozent, während kleine Anbieter Marktanteile verlieren oder ganz vom Markt verschwinden. Die Zahl der stationären Modehändler ist seit 2010 um fast die Hälfte zurückgegangen – teils mangels Nachfolge.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Im stationären Modehandel setzt sich die Marktkonzentration weiter fort. Immer mehr Umsatz entfällt auf große Handelsunternehmen, während kleine und mittlere Modehändler zunehmend an Bedeutung verlieren. Laut Berechnungen des BTE Handelsverbands Textil auf Basis der Umsatzsteuerstatistik für das Jahr 2023 erzielten Unternehmen mit einem Netto-Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro einen Marktanteil von 64,7 Prozent – ein neuer Höchstwert.

2010 lag der Anteil dieser Großbetriebe noch bei unter 50 Prozent, 2016 bei unter 60 Prozent. Die Entwicklung zeigt damit eine kontinuierliche Verlagerung der Umsätze zugunsten großer Anbieter. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Online- und Versandhändler mit Bekleidungsschwerpunkt in den Zahlen nicht enthalten sind.

Zahl der stationären Modehändler rückläufig

Parallel zur zunehmenden Dominanz der Großunternehmen schrumpft die Zahl der stationären Betriebe deutlich. 2023 wurden bundesweit noch 12.453 Handelsunternehmen gezählt, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Bekleidung erzielten. Das entspricht einem Rückgang um mehr als 28 Prozent im Vergleich zu 2016 (17.312 Unternehmen) und sogar über 45 Prozent gegenüber 2010 (22.891 Unternehmen).

Die große Mehrheit der Anbieter – nämlich 99,65 Prozent – erzielt weiterhin weniger als 100 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Ihr gemeinsamer Marktanteil schrumpfte jedoch auf nur noch 35,3 Prozent. Zum Vergleich: 2016 lag dieser Wert noch bei 40,6 Prozent, 2010 sogar bei 52 Prozent.

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Nachfolgeprobleme verschärfen Strukturwandel

Ein Teil des Rückgangs lässt sich auf fehlende Nachfolgelösungen in inhabergeführten Betrieben zurückführen. Viele Fachgeschäfte finden keinen geeigneten Nachfolger und geben ihre Standorte auf. Die Folge ist eine fortschreitende Ausdünnung des stationären Angebots vor allem in mittleren und kleineren Städten – während große Handelsketten ihre Präsenz durch zentrale Lagen und Filialnetzstrategien weiter ausbauen.

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