ANZEIGE

ANZEIGE

Nvidia erwägt offenbar weitere Milliardenwette auf Perplexity

Logo von Perplexity auf einem Smartphone
Foto: MuhammadAlimaki / depositphotos.com

Key takeaways

Perplexity könnte bei einer neuen Finanzierungsrunde mit 30 Milliarden Dollar bewertet werden. Nvidia soll dabei eine Beteiligung prüfen, während stark steigende Erlöse und hohe Infrastrukturkosten die Entwicklung des Unternehmens bestimmen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der Technologiekonzern Nvidia erwägt offenbar eine weitere Beteiligung am KI-Unternehmen Perplexity. Nach einem Bericht von „The Information“ könnte der Chipkonzern an einer neuen Eigenkapitalrunde teilnehmen, die Perplexity mit mehr als 30 Milliarden US-Dollar bewertet. Eine Vereinbarung gibt es bislang nicht:

Sollte die Finanzierung zu diesen Konditionen zustande kommen, würde Perplexity binnen kurzer Zeit einen erheblichen Bewertungssprung vollziehen. Im September 2025 soll das Unternehmen rund 200 Millionen Dollar bei einer Bewertung von 20 Milliarden Dollar eingesammelt haben. Eine neue Runde oberhalb von 30 Milliarden Dollar entspräche innerhalb etwa eines Jahres einem Plus von mindestens 50 Prozent.

Starkes Umsatzwachstum stützt die Bewertung

Ein wesentlicher Grund für das gestiegene Investoreninteresse dürfte die Geschäftsentwicklung sein. Der annualisierte Umsatz von Perplexity soll inzwischen mehr als 750 Millionen Dollar erreichen, nachdem er zu Jahresbeginn noch unter 250 Millionen Dollar gelegen habe. Die hochgerechnete Erlösrate hätte sich damit innerhalb weniger Monate mindestens verdreifacht.

Der annualisierte Umsatz entspricht allerdings nicht den tatsächlich in einem Geschäftsjahr erzielten Erlösen, sondern schreibt das aktuelle Umsatzniveau auf zwölf Monate fort. Bei einer Bewertung von 30 Milliarden Dollar ergäbe sich dennoch ein Verhältnis von rund 40 zum annualisierten Umsatz. Investoren würden damit weiterhin erhebliches Wachstum und eine starke Marktposition des Unternehmens einpreisen.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Aus der KI-Suche wird eine Agentenplattform

Perplexity wurde 2022 gegründet und positionierte sich zunächst mit einer KI-gestützten Alternative zur klassischen Websuche. Statt lediglich Trefferlisten auszugeben, erstellt der Dienst Antworten aus Internetinformationen und verknüpft diese mit Quellen. Inzwischen erweitert das Unternehmen dieses Modell um Recherche-, Browser- und Automatisierungsfunktionen.

Zusätzlichen Schub soll „Perplexity Computer“ liefern, ein cloudbasierter KI-Agent für professionelle Nutzer, der seit Juli auch für Windows verfügbar ist. Damit folgt das Unternehmen einem zentralen Trend der Branche: KI-Systeme sollen künftig nicht nur Fragen beantworten, sondern komplexere digitale Aufgaben und Arbeitsabläufe selbstständig erledigen. Für Perplexity eröffnet das zusätzliche Erlösmöglichkeiten im Geschäft mit Unternehmen, verschärft aber zugleich den Wettbewerb mit anderen großen KI-Anbietern.

Nvidia verbindet Infrastruktur und Beteiligungen

Eine weitere Investition von Nvidia würde auf bereits bestehenden Beziehungen aufbauen. Perplexity nutzt Nvidia-Technologie für die KI-Inferenz und gehört zum Inception-Programm des Chipherstellers. Im März 2026 zählte das Unternehmen außerdem zu den Gründungsmitgliedern der von Nvidia initiierten Nemotron Coalition zur Entwicklung leistungsfähiger offener KI-Modelle.

Für Nvidia passen solche Beteiligungen zur eigenen Position im KI-Markt. Der Konzern liefert einen erheblichen Teil der Recheninfrastruktur für moderne KI-Anwendungen und investiert zugleich in Unternehmen, die entsprechende Kapazitäten benötigen. Dadurch kann Nvidia an deren Wachstum partizipieren und gleichzeitig die Nachfrage innerhalb des eigenen Technologieökosystems fördern.

Der Kapitalbedarf bleibt für Perplexity hoch. Im Januar wurde ein dreijähriger Cloudvertrag mit Microsoft über rund 750 Millionen Dollar bekannt. Über Microsoft Foundry erhält Perplexity Zugang zu verschiedenen KI-Modellen, während Amazon Web Services weiterhin zu den wichtigen Infrastrukturpartnern zählt. Das unterstreicht, dass stark steigende Erlöse bei KI-Anbietern mit beträchtlichen Kosten für Rechenleistung und Cloudressourcen einhergehen.

Perplexity greift nach der zentralen Internet-Schnittstelle

Langfristig zielt Perplexity nicht allein auf den Markt für KI-Assistenten. Das Unternehmen versucht, Suche, Browser, Recherche und Agentenfunktionen zu einer Plattform zu verbinden. Damit konkurriert es um die Frage, welche Anwendung künftig zum wichtigsten Einstiegspunkt für Informationssuche und digitale Arbeitsprozesse wird.

Wie weit die Ambitionen reichen, zeigte im August 2025 ein öffentlich bekannt gewordenes Barangebot von 34,5 Milliarden Dollar für Googles Chrome-Browser. Parallel entwickelt Perplexity mit Comet einen eigenen KI-Browser. Beide Schritte verdeutlichen den Anspruch, stärker auf die Schnittstelle zwischen Nutzern und offenem Internet vorzurücken.

Hohe Bewertung erhöht den Wachstumsdruck

Ein schneller Börsengang ist trotz der steigenden privaten Bewertung offenbar nicht geplant. CEO Aravind Srinivas hatte im Juni an einem anvisierten IPO im Jahr 2028 festgehalten. Eine weitere Finanzierungsrunde könnte Perplexity damit zusätzlichen Spielraum geben, um Produkte, Infrastruktur und Marktposition vor einem möglichen Börsendebüt auszubauen.

Gleichzeitig steigt mit jeder privaten Bewertungsrunde der Erfolgsdruck. Eine Bewertung jenseits von 30 Milliarden Dollar setzt voraus, dass Perplexity das hohe Wachstum fortsetzt und langfristig ein tragfähiges Ertragsmodell entwickelt. Eine Beteiligung Nvidias würde deshalb nicht nur die bestehende technologische Partnerschaft vertiefen, sondern wäre zugleich eine milliardenschwere Wette auf Perplexitys Rolle in einer zunehmend von KI-Agenten geprägten Internetökonomie.

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored