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Hohe Mieten verschärfen Fachkräftemangel in deutschen Großstädten

Stadt München von oben fotografiert
München | Foto: Anastasia Shuraeva / Pexels

Key takeaways

Die Wohnungsnot in deutschen Großstädten belastet laut PwC zunehmend den Arbeitsmarkt. Hohe Mieten führen häufiger zu Jobwechseln und erschweren Unternehmen die Fachkräftesuche. Besonders junge Beschäftigte reagieren sensibel auf steigende Wohnkosten und fehlenden bezahlbaren Wohnraum.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt bleibt für viele Berufstätige in deutschen Großstädten ein zentraler Belastungsfaktor – mit zunehmenden Folgen für Unternehmen und den Arbeitsmarkt. Das zeigt die aktuelle PwC-Studie „Wohnungsmangel in den Ballungszentren: die Folgen für den Arbeitsmarkt“, für die rund 4.000 Erwerbstätige zwischen 18 und 65 Jahren in zwölf deutschen Großstädten befragt wurden.

Demnach halten neun von zehn Berufstätigen die Suche nach bezahlbarem Wohnraum in Großstädten mittlerweile für reine Glückssache. Gleichzeitig sehen viele Beschäftigte die hohen Mieten zunehmend als Grund, den Arbeitsplatz oder sogar den Wohnort zu wechseln.

Wohnkosten treiben Beschäftigte zum Jobwechsel

Besonders deutlich zeigt sich der Einfluss steigender Wohnkosten auf den Arbeitsmarkt bei jüngeren Menschen. Fast jede fünfte Person zwischen 18 und 34 Jahren hat laut Studie bereits einmal den Job gewechselt, weil die Mieten zu hoch waren. Insgesamt berichtet jede zehnte befragte Person von einem solchen Schritt.

Zudem geben 53 Prozent der Berufstätigen an, bei einer deutlichen Mieterhöhung über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken zu würden. Unternehmen geraten dadurch zunehmend unter Druck, offene Stellen zu besetzen und Fachkräfte langfristig zu halten.

Vor allem in Metropolen wie Berlin und München wird die Situation als besonders kritisch wahrgenommen. Nach Einschätzung vieler Befragter fehlen insbesondere Arbeitskräfte in Berufen mit niedrigen bis mittleren Einkommen – darunter Pflegekräfte, Handwerkerinnen und Handwerker sowie Erzieherinnen und Erzieher.

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Zwei Drittel kritisieren Wohnungsmarkt

Trotz der hohen Lebensqualität in vielen Großstädten bleibt die Wohnsituation das dominierende Ärgernis. Rund zwei Drittel der Befragten kritisieren sowohl die hohen Mietpreise als auch die Kosten für Wohneigentum und das begrenzte Wohnungsangebot.

Auch die allgemeine Entwicklung am Immobilienmarkt verschärft die Lage weiter. Laut Bundesregierung sind die Mieten in deutschen Großstädten in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich um 44 Prozent gestiegen. Besonders stark fiel der Anstieg in Berlin aus.

Gleichzeitig sehen viele Berufstätige weiterhin fehlende politische Fortschritte beim Wohnungsbau. Zwar bewerten zahlreiche Befragte Maßnahmen wie schnellere Genehmigungsverfahren oder den Ausbau sozialen Wohnraums positiv, konkrete Entlastungen bleiben aus ihrer Sicht bislang jedoch begrenzt.

Unternehmen sollen stärker unterstützen

Nach Ansicht vieler Beschäftigter sollten auch Arbeitgeber stärker auf die Belastungen reagieren. Besonders gefragt sind Zuschüsse zu Mieten und Fahrtkosten sowie die Bereitstellung von Betriebswohnungen.

83 Prozent der Befragten sprechen sich für Mietzuschüsse durch Unternehmen aus. Acht von zehn wünschen sich zudem die Übernahme von Fahrtkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort. Ebenso viele halten Betriebswohnungen für eine sinnvolle Maßnahme.

Die Autoren der Studie sehen darin eine wichtige Möglichkeit, Fachkräfte trotz hoher Wohnkosten für Unternehmen attraktiv zu halten. Gerade bis politische Maßnahmen im Wohnungsmarkt spürbar greifen, könnten Arbeitgeber dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Arbeitsplatzsicherheit gewinnt zusätzlich an Bedeutung

Neben den Wohnkosten spielt auch die wirtschaftliche Unsicherheit für viele Beschäftigte eine immer größere Rolle. Für 54 Prozent der Befragten ist Arbeitsplatzsicherheit inzwischen der wichtigste Faktor bei einem möglichen jobbedingten Umzug.

Auch das Sicherheitsgefühl am Wohnort beeinflusst die Standortwahl zunehmend. Fast die Hälfte der Befragten nennt Aspekte wie Kriminalität oder Polizeipräsenz als wichtige Kriterien für einen Wohn- und Arbeitsortwechsel.

Die Studie macht damit deutlich, dass sich Wohnungsmarkt, Arbeitsmarkt und Standortattraktivität immer stärker gegenseitig beeinflussen.

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