Die Unternehmen der Schwarz Gruppe wollen ihre Lieferketten stärker automatisieren, elektrifizieren und digital vernetzen. Beim zweiten Future Day im Kaufland-Logistikzentrum Geisenfeld diskutierten mehr als 650 Branchenentscheider und Technologiepartner über neue Logistiklösungen. Im Mittelpunkt standen autonome Transporte, KI-gestützte Lagerprozesse, E-Mobilität und Kreislaufwirtschaft.
Die Gruppe bündelt dabei die Aktivitäten von Lidl, Kaufland, Schwarz Produktion, PreZero und Schwarz Digits. Ziel ist ein integriertes Logistiksystem, das Warenströme effizienter, widerstandsfähiger und emissionsärmer macht.
Geisenfeld zeigt hohen Automatisierungsgrad
Gastgeber Kaufland gewährte Einblicke in die automatisierte Food-Kommissionierung am Standort Geisenfeld. Dort werden rund 80 Prozent des Food-Sortiments vollautomatisch bearbeitet, während Aktionsware und Sperrgut weiterhin manuell kommissioniert werden.
Täglich passieren rund 350 Lkw das Logistikzentrum, gleichzeitig werden mehr als 8.000 Paletten angeliefert. Bis zu 30.000 Paletten können am Standort gelagert werden. Bei der Depalettierung übernehmen Roboter rund 70 Prozent der Arbeit, der Rest erfolgt an ergonomisch ausgestatteten Arbeitsstationen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Lidl testet autonomen Elektro-Lkw im Realbetrieb
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf autonomen Transporten. Lidl setzt gemeinsam mit Einride nach Angaben der Schwarz Gruppe als erster Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland einen kabinenlosen Elektro-Lkw mit autonomer Fahrfunktion auf öffentlichen Straßen ein.
Auch innerhalb der Logistikzentren nimmt der Automatisierungsgrad zu. KI-gestützte Greifersysteme sollen bei der Umpalettierung komplexer Sortimente helfen, während Inspektionsroboter für Qualitäts- und Bestandskontrollen erprobt werden. Datenbasierte Bedarfsplanung soll zudem Engpässe, Überbestände und Lebensmittelverluste reduzieren.
STACKIT soll digitale Souveränität sichern
Die technische Vernetzung der Lieferketten wird über die Cloud-Plattform STACKIT von Schwarz Digits unterstützt. Sie soll Daten aus Logistik, Planung und Transport innerhalb einer europäischen Infrastruktur zusammenführen.
Für die Schwarz Gruppe ist diese Datenbasis ein wichtiger Baustein, um Transportnetzwerke besser auszulasten und Leerfahrten sowie Wartezeiten zu reduzieren. Gleichzeitig sollen Entscheidungen schneller und näher am tatsächlichen Bedarf getroffen werden können.
Automatisierung verändert Arbeitsplätze
Die Gruppe sieht Automatisierung auch als Antwort auf Fachkräftemangel und demografischen Wandel. Robotik und automatisierte Kommissionierung sollen vor allem körperlich belastende und repetitive Tätigkeiten übernehmen.
Die Rolle der Beschäftigten verschiebt sich dadurch stärker in Richtung Steuerung, Überwachung und Problemlösung. Parallel investiert die Gruppe in Aus- und Weiterbildung, unter anderem über die PreZero Fahrschule für eigene Beschäftigte und externe Partner.
E-Lkw und Kreislaufwirtschaft sollen Emissionen senken
Auch die Dekarbonisierung der Logistik wird ausgebaut. Kaufland errichtet an allen deutschen Verteilzentren Ladeparks für E-Lkw. Lidl will die Filialbelieferung in den Niederlanden bis 2027 vollständig auf elektrische Lkw umstellen, während PreZero seine Entsorgungsflotte schrittweise auf alternative Antriebe umrüstet.
Ergänzend setzt die Gruppe auf Kreislaufwirtschaft. Warenverteilzentren sollen Wertstoffe systematisch trennen, während Schwarz Produktion eigene Stoffkreisläufe wie den PET-Kreislauf ausbaut.
Die Dimension des Systems zeigt die Bedeutung der Logistik für die Gruppe. Rund 250 Logistik- und Warenverteilzentren versorgen täglich mehr als 14.500 Lidl- und Kaufland-Filialen in 33 Ländern. Hinzu kommen 19 Produktionswerke, rund 470 PreZero-Standorte sowie die eigene Frachtreederei Tailwind Shipping Lines mit elf Schiffen.
Mit dem Future Day positioniert die Schwarz Gruppe Logistik damit zunehmend als integrierte Technologie- und Infrastrukturaufgabe. Automatisierung, Cloud, Elektromobilität und Kreislaufwirtschaft sollen nicht isoliert, sondern als gemeinsames System entwickelt werden.




