Immer mehr ältere Menschen nutzen soziale Netzwerke, um sich zu informieren, Kontakte zu pflegen oder neue Interessen zu entdecken. Laut einer aktuellen Bitkom-Befragung unter 1.004 Personen ab 65 Jahren verwenden inzwischen 44 Prozent der Seniorinnen und Senioren Plattformen wie Facebook, Instagram oder spezialisierte Netzwerke. Vor fünf Jahren waren es erst 15 Prozent – die Nutzung hat sich damit nahezu verdreifacht.
Unterschiedliche Nutzung je Altersgruppe
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Alterssegmenten. Während in der Gruppe der 65- bis 69-Jährigen zwei Drittel (66 Prozent) soziale Netzwerke nutzen, liegt der Anteil bei den 70- bis 74-Jährigen bei 56 Prozent. Ab 75 Jahren fällt die Aktivität jedoch deutlich ab: Nur noch 30 Prozent der 75- bis 79-Jährigen sind auf Plattformen aktiv, und in der Altersgruppe ab 80 Jahren nutzt nur knapp ein Viertel (24 Prozent) soziale Medien. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont, dass soziale Netzwerke älteren Menschen neue Möglichkeiten bieten, informiert und gesellschaftlich eingebunden zu bleiben.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Facebook dominiert, Instagram wächst langsam
Unter den Nutzerinnen und Nutzern der Generation 65+ bleibt Facebook mit großem Abstand das beliebteste Netzwerk. 60 Prozent dieser Zielgruppe sind dort aktiv. Dahinter folgen StayFriends mit 31 Prozent sowie Twitter bzw. X mit 20 Prozent. Instagram erreicht 19 Prozent, Xing 15 Prozent und Pinterest 8 Prozent. Nur wenige nutzen lokale Plattformen (7 Prozent) oder Seniorentreff-Angebote (6 Prozent). TikTok spielt mit 5 Prozent nur eine geringe Rolle, während LinkedIn lediglich von 4 Prozent der älteren Social-Media-Nutzer verwendet wird.
Trotz des steigenden Interesses ist Social Media für viele jedoch kein tägliches Ritual. 53 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer ab 65 Jahren besuchen die Plattformen jeden Tag. Wer regelmäßig aktiv ist, verbringt dort durchschnittlich 26 Minuten pro Tag. Insgesamt zeigt die Studie, dass soziale Medien längst nicht mehr nur ein Thema jüngerer Generationen sind – auch ältere Menschen entdecken zunehmend digitale Kommunikationsräume für sich.


