Vodafone hat in Stuttgart die erste 5G-Litfaßsäule Baden-Württembergs in Betrieb genommen. Ziel ist es, durch die Nutzung bestehender Werbeträger die Mobilfunkversorgung im urbanen Raum deutlich zu verbessern. Bis zu 100 klassische Litfaßsäulen sollen laut Medienmitteilung in den kommenden Jahren zu sogenannten Mobilfunk-Säulen umgerüstet werden. Die erste dieser neuen Antennenstrukturen steht am Feuerseeplatz, fünf weitere folgen noch in diesem Jahr.
Neue Nutzung für alte Werbe-Infrastruktur
Die Idee hinter dem Konzept: Die Mobilfunktechnik wird in das Dach und den Körper der Litfaßsäule integriert. So entstehen 5G-Stationen, ohne dass neue Masten errichtet werden müssen – ein Vorteil, gerade in dicht bebauten Innenstädten. Die eingesetzte Technik stammt vom schwedischen Ausrüster Ericsson. Sie ermöglicht eine Abdeckung im Umkreis von rund 400 Metern und erlaubt Geschwindigkeiten bis zu 500 Mbit/s. Die Datenanbindung erfolgt über Glasfaser.
In Stuttgart stehen derzeit rund 600 Litfaßsäulen, betrieben von der Firma Ilg-Außenwerbung, die bereits seit dem Jahr 2000 Konzessionär für diese Werbeträger ist. Vodafone plant gemeinsam mit Ilg, bis zu 100 dieser Säulen für den Mobilfunk umzurüsten. Standorte wie das Mercedes-Benz-Museum, die MHP Arena und der Bahnhof Bad Cannstatt sind als nächste Schritte vorgesehen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Gute Erfahrungen in Düsseldorf
Das Konzept hat sich bereits in Düsseldorf bewährt: Dort betreibt Vodafone über 100 5G-Litfaßsäulen. Pro Tag werden durchschnittlich 6.000 Verbindungen pro Säule registriert, wöchentlich fließen rund 200 Gigabyte Daten über die Netze. Auch der viermonatige Testlauf in Stuttgart bestätigte den positiven Effekt auf die Netzstabilität. Bereits vor der offiziellen Inbetriebnahme wurden pro Monat über 500 Gigabyte übertragen.
Vom Plakatträger zum digitalen Knotenpunkt
Die Litfaßsäule hat eine lange Geschichte. Ursprünglich eingeführt, um der Wildplakatierung Einhalt zu gebieten, sind sie heute ein vertrauter Teil des Stadtbilds. Mit der Integration von 5G-Technik erhalten sie nun eine neue Funktion. Für Vodafone ist das Projekt ein Schritt, vorhandene Strukturen effizient für die digitale Infrastruktur zu nutzen – und damit einen Beitrag zur Netzqualität in hoch frequentierten Innenstadtbereichen zu leisten.



