NVIDIA und Uber gehen eine weitreichende Partnerschaft ein, um die weltweite Einführung autonomer Fahrdienste im großen Stil voranzutreiben. Kern der Zusammenarbeit ist laut gemeinsamer Pressemitteilung die Nutzung von NVIDIAs Plattform DRIVE AGX Hyperion 10, einer modularen Architektur, die Fahrzeuge für autonomes Fahren auf Level 4 ausstattet. Gemeinsam mit Partnern wie Stellantis, Lucid, Mercedes-Benz und mehreren Logistik- und Robotaxi-Anbietern soll so ein globales Mobilitätsökosystem entstehen, das ab 2027 bis zu 100.000 autonome Fahrzeuge umfassen könnte.
Uber vernetzt Mensch und Maschine
Ziel von Uber ist es, menschliche Fahrer und autonome Fahrzeuge in ein gemeinsames Netzwerk zu integrieren. Dabei kommen Fahrzeuge zum Einsatz, die mit DRIVE Hyperion 10 kompatibel sind und sowohl Sicherheit als auch Skalierbarkeit versprechen. Grundlage für das autonome Fahrverhalten ist NVIDIAs Software DRIVE AV, die speziell für Level-4-Anwendungen entwickelt wurde.
Eine zentrale Rolle spielt außerdem eine neue Datenfabrik, die auf der Plattform NVIDIA Cosmos basiert. Diese soll die Entwicklung von KI-Modellen beschleunigen, indem reale und synthetische Fahrdaten verarbeitet werden. So sollen autonome Systeme künftig auch komplexe Verkehrssituationen sicher meistern.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Hersteller treiben Entwicklung voran
Stellantis arbeitet an neuen Plattformen, die von Grund auf für autonome Anwendungen konzipiert sind und eng mit NVIDIAs KI-Infrastruktur verknüpft werden. Lucid integriert die DRIVE-Software in seine kommenden Modelle, während Mercedes-Benz mit der S-Klasse bereits eine luxuriöse Level-4-Erfahrung erprobt. Weitere Partner wie Avride, May Mobility oder Pony.ai entwickeln ihre eigenen Softwarelösungen auf Basis der NVIDIA-Plattform.
Auch im Bereich des Gütertransports schreitet die Entwicklung voran. Unternehmen wie Aurora, Volvo Autonomous Solutions und Waabi arbeiten an autonomen Lkw-Systemen, die auf dem leistungsfähigeren Nachfolgemodul DRIVE AGX Thor basieren. Damit dehnt NVIDIA seine Präsenz vom Personen- auf den Frachtverkehr aus.
DRIVE Hyperion 10 als Branchenstandard
Das DRIVE AGX Hyperion 10 System bringt zwei AGX Thor Chips auf Basis der neuen Blackwell-Architektur mit. Mit bis zu 2.000 FP4-Teraflops pro Plattform ermöglichen sie eine Echtzeitverarbeitung aller Sensordaten. Das System integriert 14 Kameras, neun Radare, ein Lidar und 12 Ultraschallsensoren. Es ist skalierbar, über Software-Updates aufrüstbar und entspricht höchsten Sicherheits- und Cybersecurity-Standards.
Die Plattform erlaubt es Fahrzeugherstellern, ihre Flotten schneller zur Serienreife zu bringen, Kosten zu senken und dennoch ein hohes Maß an Individualisierung zu erhalten. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen vom umfassenden Support und der Entwicklungsinfrastruktur, die NVIDIA mitbringt.
Sicherheitszertifizierung durch Halos-Programm
Mit dem Halos Certified Program setzt NVIDIA einen neuen Standard für Sicherheit im autonomen Fahren. In einem eigens eingerichteten Prüflabor werden Systeme auf physische KI-Sicherheit und Cybersecurity getestet und zertifiziert. Mitglieder wie Bosch, Nuro oder Wayve nutzen das System bereits, um ihre Produkte für den Einsatz auf öffentlichen Straßen vorzubereiten.
Das Halos-Labor ist das erste seiner Art, das von der ANSI akkreditiert wurde, und bietet damit einen Rahmen für die großflächige und sichere Einführung autonomer Systeme. Ergänzt wird dies durch die Veröffentlichung eines umfangreichen Datensatzes aus 25 Ländern, der Entwicklern zur Validierung ihrer KI-Modelle dienen soll.
Mit der Partnerschaft zwischen Uber und NVIDIA rückt die flächendeckende Einführung autonomer Mobilität einen entscheidenden Schritt näher. Sie zeigt, wie Infrastruktur, Software und Hardware zusammenspielen müssen, um aus einer technologischen Vision Realität zu machen.


