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Umfrage zeigt: Europäischer Bezahldienst Wero kämpft weiter um Bekanntheit

Logo des neuen Zahlungsdienst Wero auf einem Smartphone
Foto: https://wero-wallet.eu

Key takeaways

Wer sich gegen etablierte Zahlungsanbieter durchsetzen will, braucht Verbraucher und möglichst viele Akzeptanzstellen. Eine Umfrage zeigt, dass der europäische Bezahldienst Wero zwar Fortschritte erzielt, bislang aber nur von einem kleinen Teil der Deutschen tatsächlich genutzt wird.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Zwei Jahre nach dem Marktstart hat Wero in Deutschland weiterhin ein Bekanntheitsproblem. Nach einer repräsentativen Verivox-Umfrage wissen 61 Prozent der Befragten nicht, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt. Zwar ist die Bekanntheit innerhalb eines Jahres gestiegen, die tatsächliche Nutzung bleibt jedoch gering.

39 Prozent konnten Wero korrekt als Zahlungsdienst einordnen. 31 Prozent hatten noch nie davon gehört, weitere 23 Prozent kannten lediglich den Namen. Sieben Prozent ordneten Wero fälschlicherweise anderen Finanz- oder Identifikationsdiensten zu. Im Juli 2025 hatten erst 30 Prozent der Befragten gewusst, worum es sich bei Wero handelt.

Nutzung steigt von niedrigem Niveau

Noch deutlicher zeigt sich die Herausforderung bei der tatsächlichen Verwendung. Lediglich 14 Prozent der Befragten haben ihr Girokonto für Wero freigeschaltet. Knapp sieben Prozent haben den Dienst bereits zum Bezahlen oder für Geldtransfers an andere Nutzer eingesetzt.

Gegenüber dem Vorjahr ist das dennoch ein Fortschritt. Damals waren zehn Prozent registriert und lediglich vier Prozent hatten Wero tatsächlich genutzt. Inzwischen wurde das Angebot zudem über reine Peer-to-Peer-Überweisungen hinaus erweitert und steht auch als Zahlungsmöglichkeit bei einzelnen größeren Online-Händlern zur Verfügung.

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Wero soll europäische Alternative schaffen

Hinter dem Bezahldienst steht die European Payment Initiative, ein Zusammenschluss europäischer Banken. In Deutschland beteiligen sich unter anderem Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Deutsche Bank und ING. Langfristig soll Wero nach den Plänen der Initiative zu einer führenden europäischen Bezahlplattform ausgebaut werden.

Damit verfolgt die Bankeninitiative ein strategisch ambitioniertes Ziel. Wero soll eine europäische Alternative zu etablierten internationalen Zahlungsanbietern schaffen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Dienst sowohl bei Verbrauchern als auch im Handel eine deutlich größere Reichweite erreicht.

Mehrheit zweifelt am langfristigen Erfolg

Die Befragten beurteilen die Erfolgsaussichten bislang zurückhaltend. 58 Prozent glauben nicht, dass Wero die führenden Wettbewerber langfristig überholen und sich zum beliebtesten Bezahldienst Europas entwickeln kann.

Deutlich optimistischer sind jüngere Verbraucher. Unter den 18- bis 29-Jährigen erwarten 53 Prozent, dass Wero perspektivisch an den derzeit dominierenden Anbietern Paypal, Visa und Mastercard vorbeiziehen könnte.

Akzeptanz im Handel wird zum entscheidenden Faktor

Für den weiteren Erfolg dürfte neben der Bekanntheit vor allem die Zahl der Akzeptanzstellen entscheidend sein. Einzelne Online-Händler haben Wero bereits integriert, von einer flächendeckenden Nutzungsmöglichkeit ist der Dienst nach Einschätzung von Verivox jedoch noch weit entfernt.

Damit entsteht ein klassisches Problem für neue Zahlungssysteme: Verbraucher profitieren stärker von einem Dienst, wenn sie ihn bei vielen Händlern einsetzen können, während Händler eine Integration vor allem dann attraktiv finden, wenn bereits viele Kunden das Verfahren verwenden.

Wero muss deshalb gleichzeitig Reichweite auf beiden Marktseiten aufbauen. Gelingt es, die Nutzung vom Geldtransfer zwischen Privatpersonen stärker auf den Onlinehandel und perspektivisch auf stationäre Kassen auszuweiten, könnte der praktische Nutzen deutlich steigen. Die Verivox-Zahlen zeigen allerdings, dass der Weg von einer europäischen Bankeninitiative zu einem im Alltag etablierten Bezahlsystem noch weit ist.

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