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Erstes Halbjahr: Adyen steigert Nettoumsatz um fast 20 Prozent

Büro von Adyen
Foto: Adyen

Key takeaways

Adyen steigert den Nettoumsatz im ersten Halbjahr 2026 um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig erweitert der Zahlungsdienstleister seine Plattform mit Übernahmen und neuen Angeboten für KI-basierten Handel und Liquiditätsmanagement.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Adyen hat im ersten Halbjahr 2026 Nettoumsatz und verarbeitetes Zahlungsvolumen deutlich gesteigert. Gleichzeitig baut der niederländische Zahlungsdienstleister seine Plattform über die klassische Zahlungsabwicklung hinaus aus. Neue Angebote für KI-basierten Handel und Liquiditätsmanagement sowie die Übernahmen von Talon.One und Orb sollen die Kundenbeziehungen vertiefen.

Nettoumsatz steigt auf 1,3 Milliarden Euro

Der Nettoumsatz erreichte im ersten Halbjahr 1,303 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum beziehungsweise 21 Prozent bei konstanten Wechselkursen.

Das über die Adyen-Plattform abgewickelte Zahlungsvolumen erhöhte sich um 24 Prozent auf 803,8 Milliarden Euro. Das EBITDA lag bei 641,5 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine EBITDA-Marge von 49 Prozent. Ohne einmalige Transaktionskosten wären es nach Unternehmensangaben 50 Prozent gewesen.

Die Free-Cashflow-Conversion erreichte 86 Prozent. Die Investitionsausgaben entsprachen fünf Prozent des Nettoumsatzes.

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Adyen erweitert Plattform mit Übernahmen

Nach Ende des ersten Halbjahres schloss Adyen die Übernahmen von Talon.One und Orb ab. Talon.One erweitert die Plattform um Funktionen für Kundenbindung und Loyalty im Omnichannel-Handel. Orb bringt Technologien für flexible und nutzungsabhängige Abrechnungsmodelle ein.

Damit verfolgt Adyen das Ziel, für Unternehmenskunden mehr Finanz- und Handelsprozesse auf einer Plattform abzubilden und seine Rolle über die reine Zahlungsabwicklung hinaus auszubauen.

KI-Agenten sollen selbstständig bezahlen können

Mit Adyen Agentic adressiert das Unternehmen den entstehenden Markt für KI-gestützten Handel. Unternehmenskunden sollen darüber Zahlungen sicher über Protokolle für KI-Agenten abwickeln können.

Parallel führte Adyen Intelligent Money Movement ein. Das Angebot verbindet Zahlungsabwicklung, Liquiditätsmanagement und Auszahlungen auf einer Plattform.

Adyen Uplift und Dynamic Identification steigerten die Kunden-Conversion bis zum Ende des Halbjahres nach Unternehmensangaben durchschnittlich um 0,9 Prozentpunkte. Adyen Personalize soll Händlern zudem ermöglichen, Einkaufserlebnisse anhand der Daten des Zahlungsnetzwerks in Echtzeit anzupassen.

Neue Großkunden und internationale Expansion

Adyen baute seine Beziehungen zu internationalen Unternehmenskunden weiter aus. Zu den neu gewonnenen Kunden zählen unter anderem Aritzia, OpenAI und Xiaomi. Im öffentlichen Sektor kam GOV.UK Pay hinzu.

Die Zusammenarbeit mit Toast wurde nach der Expansion in internationalen Märkten auf die USA ausgeweitet. Gleichzeitig stärkte Adyen seine lokale Zahlungsinfrastruktur. In Frankreich erhielt das Unternehmen direkten Zugang zum nationalen Interbanken-Clearingsystem. In den Vereinigten Arabischen Emiraten erteilte die Zentralbank Adyen eine Lizenz für Zahlungsdienstleistungen im Einzelhandel.

Darüber hinaus trat Adyen der x402 Foundation und dem zugehörigen Open Standard bei und arbeitet damit an Protokollen für HTTP-Zahlungen im sogenannten Agentic Commerce sowie an Stablecoin-Infrastruktur.

Adyen erwartet 21 bis 23 Prozent Wachstum

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Adyen bei konstanten Wechselkursen ein Nettoumsatzwachstum von 21 bis 23 Prozent. Darin sind die Beiträge der zum 1. Juli abgeschlossenen Übernahmen von Talon.One und Orb enthalten.

An seinem langfristigen Margenziel hält das Unternehmen fest. Bis 2028 soll die EBITDA-Marge mehr als 55 Prozent erreichen. Für 2026 erwartet Adyen die zugrunde liegende Marge auf dem Niveau von 2025. Einschließlich der beiden Übernahmen soll sie einen Prozentpunkt darunter liegen.

Die Investitionsquote wird dagegen höher ausfallen als bislang. Adyen zieht Investitionen in Rechenzentren aus dem Jahr 2027 in die zweite Jahreshälfte 2026 vor, um sich angesichts von Lieferkettenrisiken Rechen- und Speicherkapazitäten sowie Preise zu sichern. Dadurch sollen die Investitionsausgaben 2026 rund sieben Prozent des Nettoumsatzes erreichen. Anschließend erwartet das Unternehmen wieder eine Annäherung an das historische Niveau.

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