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Nur noch 750 Millionen Euro – Amazon-Strafe in Italien deutlich reduziert

Amazon Italien auf einem Smartphone
Foto: Depositphotos

Key takeaways

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat die Kartellstrafe gegen Amazon von 1,128 auf 752,4 Millionen Euro gesenkt. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil, das eine präzisere Begründung der Sanktion forderte. Der Wettbewerbsverstoß bleibt bestehen – und unterstreicht Europas harte Linie gegenüber großen Digitalplattformen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat eine milliardenschwere Kartellstrafe gegen Amazon deutlich reduziert. Statt der ursprünglich festgesetzten 1,128 Milliarden Euro muss der US-Konzern nun 752,4 Millionen Euro zahlen, wie Reuters berichtet. Die Entscheidung folgt einer gerichtlichen Anordnung, die eine genauere Begründung und Neuberechnung der Sanktion forderte.

Hintergrund: Missbrauch bei Logistikdiensten

Bereits 2021 war Amazon von der italienischen Kartellaufsicht wegen des Vorwurfs abgestraft worden, seine Marktmacht im Onlinehandel missbräuchlich eingesetzt zu haben. Konkret ging es um das Logistikprogramm „Fulfillment by Amazon“ (FBA). Die Behörde war zu dem Schluss gekommen, dass Drittanbieter, die nicht auf FBA setzten, benachteiligt wurden – etwa bei der Sichtbarkeit ihrer Produkte oder dem Zugang zu bestimmten Verkaufsfunktionen.

Dieses Verhalten wurde als gezielter Eingriff in den Wettbewerb gewertet. Alternative Logistikdienstleister seien systematisch geschwächt und so der freie Wettbewerb im Logistiksegment untergraben worden.

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Gericht zwingt zur Neubewertung

Ein regionales Verwaltungsgericht hatte im September 2025 zwar grundsätzlich die Einschätzung der Wettbewerbsverzerrung bestätigt, jedoch die Herleitung der Strafhöhe kritisiert. Die Begründung sei unzureichend, insbesondere in Bezug auf die Gewichtung von Faktoren wie Marktanteil, Dauer des Verstoßes oder wirtschaftlicher Stärke von Amazon. Die Behörde musste daraufhin die Berechnung überarbeiten – mit dem Ergebnis einer Reduktion um rund ein Drittel.

Signal an die Digitalwirtschaft

Trotz der Senkung bleibt die Sanktion eine der höchsten Strafen, die eine nationale Wettbewerbsbehörde in Europa je gegen ein einzelnes Technologieunternehmen verhängt hat. Der Fall wird daher als Signal für eine strengere Gangart gegenüber marktbeherrschenden Plattformen gewertet – sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Neue Regelwerke wie der Digital Markets Act verschärfen den Druck zusätzlich.

Für Amazon dürfte die finanzielle Belastung angesichts seiner globalen Geschäftszahlen begrenzt sein. Dennoch zeigt der Fall, dass sich Digitalriesen zunehmend auf regulatorische Eingriffe einstellen müssen. Während Amazon betont, das FBA-Programm sei freiwillig und biete Vorteile für Händler, sehen Kritiker darin eine Strategie zur Ausdehnung der eigenen Macht auf angrenzende Geschäftsbereiche.

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