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Nach Einstieg von dm: Rossmann will Apotheken-OTC-Produkte verkaufen

ROSSMANN Filiale im neuen Store Design
Foto: ROSSMANN

Key takeaways

Rossmann plant, rezeptfreie Medikamente und exklusive Apothekenprodukte ins Sortiment aufzunehmen. Ziel ist eine stärkere Positionierung im Gesundheitssegment – ohne klassische Apotheken zu ersetzen. Der Schritt folgt dem Vorbild von dm und dürfte den Wettbewerb im sensiblen OTC-Markt deutlich verschärfen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Drogeriekonzern Rossmann setzt auf ein neues Wachstumsfeld: Das Familienunternehmen will laut Berichten der Lebensmitteilzeitung künftig auch rezeptfreie Medikamente sowie ausgewählte Apothekenprodukte in seinen Filialen anbieten. Damit orientiert sich der Händler am Kurs des Mitbewerbers dm, der sein Gesundheits- und OTC-Sortiment bereits seit Jahren konsequent erweitert und im Januar 2025 zahlreiche Apothekenprodukte im Online-Shop gestartet hat.

Gesundheit als strategischer Wachstumstreiber

Die Entscheidung ist Teil eines langfristigen Trends: Der Markt für freiverkäufliche Arzneimittel und gesundheitsnahe Produkte wächst stetig – angetrieben von einer alternden Bevölkerung, wachsendem Gesundheitsbewusstsein und dem Wunsch vieler Kunden nach Selbstmedikation. Für Drogeriemärkte ergibt sich daraus ein logischer Brückenschlag zwischen Kosmetik, Pflege und Gesundheit.

Rossmann will dieses Potenzial nun systematisch erschließen. Nach Unternehmensangaben laufen die Vorbereitungen intensiv – dazu zählen der Aufbau eines geeigneten Sortiments, Gespräche mit Lieferanten und die Einhaltung gesetzlicher Rahmenbedingungen. Denn auch rezeptfreie Medikamente unterliegen beim Verkauf außerhalb von Apotheken besonderen Anforderungen, etwa in der Beratung oder der Produktlagerung.

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Nähe zur Apotheke – aber kein Ersatz

Rossmann will keine Apotheke ersetzen, sondern sich strategisch annähern: Verkauft werden sollen insbesondere stark nachgefragte Produkte wie Schmerzmittel, Mittel gegen Erkältung oder einfache dermatologische Präparate. Zudem setzt das Unternehmen auf exklusive Marken, die bislang vorwiegend in Apotheken erhältlich sind – ein Schritt, der höhere Margen und Kundenbindung verspricht.

Eigenmarken und exklusive Kooperationen sind dabei zentrale Elemente des Konzepts. Der Wettbewerber dm hat in diesem Bereich vorgemacht, wie Gesundheitskompetenz erfolgreich kommuniziert und wirtschaftlich genutzt werden kann. Rossmann plant offenbar, dieses Modell weiterzuentwickeln und an das eigene Markenprofil anzupassen.

Herausforderungen durch Regulierung und Wettbewerb

Der Schritt dürfte die Debatte zwischen Drogeriemärkten und Apotheken erneut anheizen. Apothekerverbände warnen seit Langem vor einer Ausweitung des OTC-Verkaufs im Einzelhandel – mit Verweis auf eine mögliche Gefährdung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung. Gleichzeitig stehen viele Apotheken wirtschaftlich unter Druck: steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel und eine stagnierende Vergütung setzen der Branche zu.

Für Rossmann ist der Vorstoß dennoch ein logischer Schritt. Das traditionelle Geschäft mit Kosmetik- und Haushaltsartikeln ist stark umkämpft, während das Gesundheitssegment als wachstums- und margenstärker gilt – weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen und mit höherem Kundenbindungspotenzial.

Wann der Verkauf rezeptfreier Medikamente bei Rossmann beginnt, ist noch nicht bekannt. Auch über einen möglichen regionalen Pilottest gibt es bislang keine Details. Die Richtung ist jedoch klar: Rossmann will sich als umfassender Nahversorger in den Bereichen Pflege, Prävention und Gesundheit positionieren – mit unmittelbaren Folgen für den Wettbewerb im Apothekenumfeld.

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