Künstliche Intelligenz gewinnt für Kaufentscheidungen weltweit rasant an Bedeutung. Laut einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group (BCG) nutzt inzwischen fast jeder dritte Verbraucher KI in irgendeiner Phase des Einkaufsprozesses – etwa dreimal so viele wie noch vor 18 Monaten. Gleichzeitig erwarten die Befragten, dass ihr Vertrauen in KI bis 2030 um 15 Prozentpunkte steigt. Für Unternehmen verändert sich damit die Art und Weise, wie Marken entdeckt, bewertet und ausgewählt werden, grundlegend.
KI etabliert sich als neue Informationsquelle
Die Untersuchung zeigt, dass mehr als die Hälfte der Verbraucher keiner einzelnen Informationsquelle vollständig vertraut. Neben Experten und persönlichen Empfehlungen zählt KI inzwischen zu den vertrauenswürdigsten Orientierungshilfen. Rund 31 Prozent der Befragten setzen bereits heute während ihrer Customer Journey auf KI-Anwendungen.
Besonders bemerkenswert ist der Anteil der sogenannten KI-Loyalisten. Rund 19 Prozent verlassen sich regelmäßig auf KI bei Kaufentscheidungen. Von diesen Nutzern erwerben etwa 70 Prozent letztlich die Produkte, die ihnen von der KI empfohlen werden.
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KI verändert den Wettbewerb zwischen Marken
Für Unternehmen entstehen dadurch neue Herausforderungen. In mehr als der Hälfte aller KI-gestützten Kaufprozesse werden Verbraucher erstmals auf Marken aufmerksam, die sie zuvor nicht in Betracht gezogen hatten.
Da KI-Systeme zunehmend Empfehlungen filtern und priorisieren, verlieren Unternehmen teilweise die Kontrolle darüber, wie ihre Produkte wahrgenommen oder vorgeschlagen werden. Gleichzeitig erhalten neue Anbieter bessere Chancen, ohne klassische Werbekampagnen sichtbar zu werden.
Verbraucher achten stärker auf Wert als auf Preis
Neben dem wachsenden Einfluss von KI identifiziert die Studie weitere langfristige Veränderungen im Konsumverhalten. Mehr als zwei Drittel der Verbraucher kaufen Produkte nur dann, wenn sie den wahrgenommenen Gegenwert als angemessen empfinden. Der reine Preis verliert damit gegenüber dem individuellen Nutzen an Bedeutung.
Auch Gesundheit entwickelt sich zu einem zentralen Faktor. Rund drei Viertel der Befragten betrachten Gesundheit und Wohlbefinden als wichtigsten Indikator für Wohlstand und bewerten diesen Aspekt deutlich höher als Karriere oder finanziellen Reichtum.
Alleinlebende werden wichtiger Wachstumstreiber
Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft die wachsende Zahl von Einpersonenhaushalten. In entwickelten Märkten besteht inzwischen etwa jeder dritte Haushalt aus nur einer Person. Gleichzeitig geben Alleinlebende pro Kopf deutlich mehr Geld aus als Mehrpersonenhaushalte.
Dennoch fühlen sich zwischen 50 und 70 Prozent dieser Verbraucher von bestehenden Produkten und Dienstleistungen nicht ausreichend angesprochen. BCG sieht deshalb insbesondere bei Angeboten für Einpersonenhaushalte erhebliches Wachstumspotenzial. Unternehmen, die diese strukturellen Veränderungen frühzeitig berücksichtigen und ihre Strategien auf KI-gestützte Kaufentscheidungen ausrichten, könnten sich langfristige Wettbewerbsvorteile sichern.





