Birkenstock hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 seinen Wachstumskurs fortgesetzt und erhöht nach der starken Entwicklung seine Jahresprognose. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 720 Millionen Euro. Bereinigt um Wechselkurse erreichte das Plus 15 Prozent und damit das obere Ende der bislang für das Gesamtjahr angestrebten Wachstumsrate.
Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um elf Prozent auf 242 Millionen Euro. Die entsprechende Marge sank allerdings von 34,4 auf 33,7 Prozent. Belastungen entstanden insbesondere durch Wechselkurse und zusätzliche US-Zölle. Der Nettogewinn verringerte sich um 15 Prozent auf 110 Millionen Euro, wobei einmalige, nicht zahlungswirksame Aufwendungen im Zusammenhang mit Aktienrückkäufen und einer Refinanzierung das Ergebnis beeinträchtigten.
Direktgeschäft wächst schneller als B2B
Besonders dynamisch entwickelte sich der direkte Vertrieb an Verbraucher. Die DTC-Erlöse legten um 14 Prozent beziehungsweise wechselkursbereinigt um 16 Prozent zu. Wachstum kam sowohl aus dem digitalen Geschäft als auch aus den eigenen Filialen. Birkenstock eröffnete während des Quartals 13 zusätzliche Geschäfte und betrieb Ende Juni weltweit 124 eigene Standorte.
Auch das Geschäft mit Handelspartnern blieb robust. Der B2B-Umsatz erhöhte sich um 13 Prozent und wechselkursbereinigt um 15 Prozent. Nach Unternehmensangaben entstand ein Großteil des Wachstums innerhalb bestehender Verkaufsstellen, unter anderem durch breitere Sortimente und hohe Abverkaufsraten.
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APAC bleibt wachstumsstärkste Region
In sämtlichen Regionen erzielte Birkenstock zweistellige Zuwächse. In Amerika stieg der Umsatz um elf Prozent und wechselkursbereinigt um 14 Prozent. Vier Neueröffnungen erhöhten die Zahl der eigenen Geschäfte in der Region auf 21.
EMEA legte um 15 Prozent zu und beschleunigte damit das Wachstum gegenüber dem vorherigen Quartal. Vier neue Geschäfte brachten das eigene Filialnetz in der Region auf 50 Standorte. Die Auswirkungen der Konflikte im Nahen Osten auf das Geschäft in der Golfregion fielen nach Unternehmensangaben geringer aus als zunächst erwartet.
Das stärkste Wachstum meldete Birkenstock erneut für APAC. Dort erhöhten sich die Erlöse um 18 Prozent beziehungsweise wechselkursbereinigt um 23 Prozent. Ohne Australien lag die Wachstumsrate bei annähernd 30 Prozent. Nach fünf Neueröffnungen betreibt das Unternehmen in der Region 53 eigene Geschäfte.
Zölle und Wechselkurse belasten die Marge
Die Bruttomarge ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozentpunkte auf 59,1 Prozent zurück. Wechselkurse belasteten die Kennzahl um rund 0,6 Prozentpunkte, zusätzliche US-Zölle um weitere 0,7 Prozentpunkte. Auch Veränderungen im Produktmix wirkten sich negativ aus, während eine bessere Auslastung der Produktionskapazitäten gegensteuerte.
Bereinigt erreichte die Bruttomarge 59,2 Prozent nach 60,5 Prozent im Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn erhöhte sich dagegen um 15 Prozent auf 134 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 19 Prozent auf 0,74 Euro.
Birkenstock investiert in Kapazitäten und eigene Stores
Im dritten Quartal investierte Birkenstock rund 26 Millionen Euro. Die Mittel flossen vor allem in zusätzliche Produktionskapazitäten und die internationale Expansion des eigenen Filialgeschäfts. Damit reagiert das Unternehmen auf die nach eigenen Angaben weiterhin hohe Nachfrage.
Parallel veränderte Birkenstock seine Finanzierungsstruktur. Im Juni platzierte das Unternehmen Anleihen über 900 Millionen Euro mit einem Zinssatz von 4,5 Prozent und löste unter anderem bestehende Anleihen über 428,5 Millionen Euro ab. Zudem wurde ein beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm über 230 Millionen Euro abgeschlossen, wodurch sich die Zahl ausstehender Aktien um sechs Millionen verringerte.
Prognose für 2026 angehoben
Für das Gesamtjahr erwartet Birkenstock nun ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von 15 Prozent. Der ausgewiesene Umsatz soll damit am oberen Ende der Spanne von 2,30 bis 2,35 Milliarden Euro liegen. Beim bereinigten EBITDA rechnet das Unternehmen jetzt mit mindestens 710 Millionen Euro und einer Marge zwischen 30,2 und 30,5 Prozent.
Die Prognose für die bereinigte Bruttomarge bleibt mit 57,0 bis 57,5 Prozent unverändert. Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie hält Birkenstock an 1,90 bis 2,05 Euro fest. Ende Juni verfügte das Unternehmen über liquide Mittel von 694 Millionen Euro. Der Nettoverschuldungsgrad lag nach dem Aktienrückkauf bei 1,8.






