Der Buchhandelskonzern Thalia hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Umsatzwachstum von 4,5 Prozent abgeschlossen. Auf der Thalia Plattform, die auch Partnerunternehmen wie Osiander umfasst, erreichte der Umsatz laut Unternehmen 2,3 Milliarden Euro. Besonders das Online-Geschäft entwickelte sich mit einem Plus von mehr als sechs Prozent dynamisch. Gleichzeitig baute das Unternehmen sein stationäres Netzwerk aus und investierte in neue Logistikkapazitäten sowie zusätzliche Geschäftsfelder.
Online-Handel wächst stärker als stationäres Geschäft
Während der Online-Umsatz um mehr als sechs Prozent zulegte, verzeichnete das stationäre Geschäft ein Wachstum von 1,4 Prozent. Thalia konnte damit nach eigenen Angaben auch in einem von zurückhaltendem Konsum geprägten Marktumfeld zusätzliche Umsätze erzielen.
Geschäftsführer Ingo Kretzschmar sieht die Entwicklung als Bestätigung der Investitionsstrategie. Das Unternehmen setzt auf eine enge Verzahnung von Buchhandlungen, digitalen Vertriebskanälen und Logistik sowie auf die Erweiterung seines Sortiments.
Auch digitale Medien gewinnen an Bedeutung. Der Umsatz mit E-Books stieg um rund sieben Prozent, während Hörbücher ein Plus von 22 Prozent erreichten.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Filialnetz wächst auf 613 Buchhandlungen
Das stationäre Netzwerk von Thalia umfasst inzwischen 613 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 42 Standorten. Zur Expansion trägt neben eigenen Geschäften auch das Partnermodell bei.
Inhabergeführte Buchhandlungen können dabei die Einkaufs-, IT- und Online-Infrastruktur von Thalia nutzen, ohne ihre rechtliche Selbstständigkeit aufzugeben. Die Verantwortung für die Sortimentsgestaltung bleibt bei den jeweiligen Betreibern.
Parallel baut Thalia sein Spielwarengeschäft aus. Nach der Übernahme von Standorten der Unternehmen Spielwaren Krömer und Toysino sowie weiteren Akquisitionen gehören inzwischen 41 Spielwarenfachgeschäfte zum Netzwerk. Bestehende Standorte werden schrittweise auf die Marke „Spielzeit by Thalia“ umgestellt.
Neuer Logistikstandort in Marl eröffnet
Mit einem neuen Omni-Channel-Hub in Marl erweitert Thalia seine logistischen Kapazitäten. Der am 1. Oktober 2026 eröffnete Standort entstand innerhalb von zwei Jahren auf dem Gelände von gate.ruhr und soll das weitere Wachstum im stationären und digitalen Vertrieb unterstützen.
Kern der Anlage ist ein automatisiertes AutoStore-Lagersystem mit 530 Robotern und 280.000 Behälterstellplätzen. Insgesamt können dort bis zu zehn Millionen Artikel gelagert und für den Versand vorbereitet werden.
Die Investition soll insbesondere die Warenverfügbarkeit und die Abwicklung von Bestellungen über verschiedene Vertriebskanäle verbessern.
Unterhaltungsliteratur und buchnahe Sortimente gefragt
Innerhalb des Buchsortiments entwickelten sich vor allem Krimis, Thriller und Fantasy-Titel positiv. Auch Comics und englischsprachige Bücher verzeichneten steigende Umsätze. Insgesamt wuchs das Buchgeschäft um zwei Prozent.
Stärker legten ergänzende Sortimente wie Schreibwaren, Papeterie und Geschenkartikel zu. Hier erzielte Thalia ein Umsatzplus von gut sechs Prozent. Die Entwicklung zeigt die zunehmende Bedeutung zusätzlicher Produktgruppen neben dem klassischen Buchhandel.
Thalia verstärkt Engagement für Leseförderung
Neben der geschäftlichen Expansion investiert Thalia in Projekte zur Förderung der Lesekultur. Gemeinsam mit der Stiftung Lesen startete das Unternehmen im September 2026 eine bundesweite Initiative, die ehrenamtliches Vorlesen in Kindertagesstätten, Schulen und Buchhandlungen unterstützen soll.
Darüber hinaus engagiert sich Thalia bei mehreren Literaturveranstaltungen, darunter die lit.COLOGNE, lit.RUHR und künftig auch die lit.STUTTGART ab April 2027.
Trotz des eigenen Wachstums verweist die Geschäftsführung auf die schwierigen Rahmenbedingungen im Buchhandel. Thalia will deshalb weiterhin in seine Buchhandlungen, digitale Angebote und ergänzende Geschäftsfelder investieren.


