Deutschland macht aus einer Innenperspektive zwar Fortschritte bei der Digitalisierung, verliert im europäischen Vergleich jedoch an Boden. Im Bitkom-DESI-Index 2026 belegt die Bundesrepublik unter den 27 EU-Staaten nur noch Platz 17 mit 51,1 Punkten und rutscht damit weiter ab. Trotz leichter Verbesserungen zeigt sich, dass andere Länder deutlich schneller vorankommen.
Deutschland im europäischen Vergleich zurückgefallen
Im Vorjahr lag Deutschland noch auf Rang 14, zuvor sogar auf Platz 13. Während kleinere Staaten wie Dänemark, Finnland oder die Niederlande die Spitzenplätze einnehmen, gelingt es Deutschland nicht, mit deren Dynamik Schritt zu halten. Unter den fünf größten EU-Volkswirtschaften schneidet die Bundesrepublik dennoch vergleichsweise gut ab und erreicht hinter Spanien den zweiten Platz.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Unterschiedliche Entwicklungen in den Teilbereichen
In der digitalen Transformation von Unternehmen belegt Deutschland Rang 11 und zeigt insbesondere bei Start-ups mit hoher Bewertung solide Fortschritte. Auch bei der Qualität der digitalen Infrastruktur erreicht Deutschland Platz 11 und liegt etwa bei der 5G-Abdeckung über dem EU-Durchschnitt. Gleichzeitig bleibt die Nutzung moderner Netze hinter den Möglichkeiten zurück.
Schwache Nutzung digitaler Infrastruktur
Ein zentrales Defizit zeigt sich bei der tatsächlichen Nutzung leistungsfähiger Anschlüsse. Trotz verfügbarer Glasfaser- und Hochgeschwindigkeitsnetze greifen nur wenige Haushalte auf diese Angebote zurück. Damit fällt Deutschland in diesem Bereich deutlich zurück und landet nur im hinteren Feld des Rankings.
Fortschritte bei digitalen Kompetenzen
Positiv entwickelt sich der Bereich der digitalen Fähigkeiten. Deutschland verbessert sich hier deutlich und erreicht Platz 11. Der Anteil von IT-Fachkräften sowie Absolventen entsprechender Studiengänge liegt über dem EU-Durchschnitt, was als wichtiger Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit gilt.
Öffentliche Verwaltung bleibt Schwachstelle
Größten Nachholbedarf gibt es weiterhin bei der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen. Deutschland liegt hier nur auf Platz 22. Zwar werden Fortschritte erzielt, etwa bei digitalen Formularen, doch Nutzung und Angebot bleiben unter dem europäischen Durchschnitt. Branchenvertreter sehen deshalb vor allem politischen Handlungsbedarf, um Prozesse zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen.




