Der Online-Apothekenkonzern Redcare Pharmacy hat im dritten Quartal 2026 seinen Umsatz um 18 Prozent auf 847 Millionen Euro gesteigert. Wichtigster Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. Gleichzeitig verbesserte das Unternehmen seine operative Profitabilität deutlich und erzielte zum zweiten Mal in Folge einen Nettogewinn.
Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 68 Prozent auf 28,7 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um einen Prozentpunkt auf 3,4 Prozent. In den ersten neun Monaten des Jahres erwirtschaftete Redcare Pharmacy einen Konzernumsatz von 2,55 Milliarden Euro, ein Plus von 19 Prozent.
Rezeptgeschäft in Deutschland wächst um 56 Prozent
Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln entwickelte sich erneut besonders dynamisch. Der konzernweite Rx-Umsatz erhöhte sich um 31 Prozent auf 358 Millionen Euro. In Deutschland legte das Geschäft sogar um 56 Prozent auf 197 Millionen Euro zu.
Auch die Schweizer Tochter MediService verzeichnete Wachstum. Dort stiegen die Umsätze mit rezeptpflichtigen Medikamenten um zehn Prozent auf 161 Millionen Euro.
Der Umsatz mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten und weiteren rezeptfreien Angeboten erhöhte sich konzernweit um neun Prozent auf 489 Millionen Euro. In der DACH-Region erreichte das Non-Rx-Geschäft 340 Millionen Euro, acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Insgesamt erwirtschaftete Redcare Pharmacy in Deutschland, Österreich und der Schweiz 697 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von 19 Prozent. Das internationale Geschäft legte um 13 Prozent auf 149 Millionen Euro zu.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kundenbasis steigt auf 15,2 Millionen
Neben dem Umsatzwachstum konnte Redcare Pharmacy auch die Zahl seiner aktiven Kunden weiter erhöhen. Ende September nutzten 15,2 Millionen Menschen die Angebote des Konzerns. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 1,5 Millionen beziehungsweise elf Prozent.
Allein im dritten Quartal kamen 500.000 aktive Kunden hinzu. Besonders im deutschen Rezeptgeschäft sieht das Management eine zunehmende Kundenbindung. Dort gewann das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 123.000 zusätzliche Kunden, nachdem im zweiten Quartal etwa 65.000 hinzugekommen waren.
Auch die Kundenzufriedenheit blieb laut Unternehmen hoch. Der Net Promoter Score erreichte konzernweit 76 Punkte, während das E-Rezept-Angebot einen Wert von 78 Punkten erzielte.
Niedrigere Vertriebskosten verbessern Ergebnis
Trotz steigender Umsätze stand die Bruttomarge weiterhin unter Druck. Sie verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 22,1 auf 21,8 Prozent. Allerdings fiel der Rückgang deutlich geringer aus als noch im zweiten Quartal.
Das Bruttoergebnis erhöhte sich auf 185 Millionen Euro. Gleichzeitig profitierte Redcare Pharmacy von einer effizienteren Kostenstruktur. Die bereinigten Vertriebskosten beliefen sich auf 132 Millionen Euro und entsprachen damit rund 16 Prozent des Umsatzes.
Nach Unternehmensangaben trugen insbesondere geringere Marketingausgaben und sinkende Kosten je Bestellung zur Verbesserung bei. Die bereinigten Verwaltungskosten blieben mit 24 Millionen Euro weitgehend stabil.
Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Nettogewinn von einer Million Euro. Der freie Cashflow lag bei 15 Millionen Euro. Damit gelang es Redcare Pharmacy, das starke Umsatzwachstum zunehmend in positive operative Ergebnisse umzusetzen.
DACH-Region erreicht 4,2 Prozent EBITDA-Marge
Besonders deutlich zeigte sich die verbesserte Profitabilität im deutschsprachigen Markt. Das bereinigte EBITDA der DACH-Region erhöhte sich von 18 auf 29 Millionen Euro. Die Marge stieg innerhalb eines Jahres von 3,0 auf 4,2 Prozent.
Im internationalen Segment blieb das bereinigte EBITDA dagegen mit rund minus einer Million Euro nahezu unverändert. Die entsprechende Marge lag bei minus 0,4 Prozent.
Konzernchef Peter Schmid von Linstow sieht weiteres Potenzial in der Optimierung des Marketingmixes und einer stärkeren Nutzung operativer Skaleneffekte. Ziel sei es, die wachsende Unternehmensgröße in allen Geschäftsbereichen in höhere Erträge umzusetzen.
Jahresprognose für 2026 bestätigt
Nach dem starken dritten Quartal hält Redcare Pharmacy an seiner bereits angehobenen Jahresprognose fest. Für 2026 erwartet das Unternehmen ein Konzernumsatzwachstum zwischen 16 und 18 Prozent.
Im Non-Rx-Geschäft soll der Umsatz um zehn bis zwölf Prozent steigen. Für das deutsche Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten rechnet Redcare Pharmacy mit Erlösen zwischen 730 und 760 Millionen Euro. Das würde einem Wachstum von 45 bis 51 Prozent entsprechen. Die bereinigte EBITDA-Marge soll im Gesamtjahr zwischen 2,5 und 3,0 Prozent liegen.
Mit dem anhaltenden Wachstum im deutschen Rezeptgeschäft und einer verbesserten Kostenstruktur sieht sich der Konzern auf Kurs, seine Marktposition im europäischen Online-Apothekenhandel weiter auszubauen und die Profitabilität nachhaltig zu erhöhen.




