Navigationsapps sind für die meisten Menschen in Deutschland zum selbstverständlichen Begleiter geworden. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt, dass 84 Prozent der Bevölkerung digitale Navigation nutzen, während sich nur noch 30 Prozent zutrauen, mit einer gedruckten Karte sicher den Weg zu finden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass der ständige Einsatz digitaler Helfer den eigenen Orientierungssinn schwächt.
Gedruckte Karten verlieren zunehmend an Bedeutung
Lediglich drei von zehn Menschen ab 16 Jahren schätzen ihre Fähigkeiten im Umgang mit Papierkarten als gut oder sehr gut ein. Dagegen geben 36 Prozent an, sich damit eher schlecht oder sehr schlecht orientieren zu können. Weitere 26 Prozent können ihre Fähigkeiten gar nicht beurteilen – vielfach, weil sie bislang kaum oder gar keine Erfahrungen mit gedruckten Karten gesammelt haben. Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede zwischen den Generationen: Während sich nur 20 Prozent der 16- bis 29-Jährigen eine sichere Orientierung mit einer Papierkarte zutrauen, sind es bei den über 65-Jährigen 41 Prozent.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Mehrheit hält analoge Orientierung weiterhin für wichtig
Trotz der starken Verbreitung digitaler Navigation sehen viele Menschen klassische Orientierungsfähigkeiten weiterhin als sinnvoll an. Insgesamt 61 Prozent sind der Ansicht, dass jeder auch heute noch lernen sollte, sich im Bedarfsfall mit einer Papierkarte zurechtzufinden. Hintergrund ist die Sorge, dass Smartphones oder Navigationssysteme nicht jederzeit verfügbar sind – etwa bei leerem Akku oder technischen Störungen. Gedruckte Stadtpläne, Straßenkarten oder Wanderkarten werden allerdings nur noch selten genutzt. Lediglich zwei Prozent greifen mindestens mehrmals im Monat darauf zurück, während die Mehrheit sie höchstens gelegentlich verwendet.
Navigationsapps sind für viele unverzichtbar geworden
Digitale Navigation gehört inzwischen für die meisten Menschen zum Alltag. Insgesamt nutzen 84 Prozent Navigationsapps auf dem Smartphone, im Auto oder am Computer. Besonders hoch ist die Verbreitung bei den 16- bis 29-Jährigen mit 95 Prozent, während sie bei den über 65-Jährigen 65 Prozent beträgt. Für die Hälfte der Befragten wäre der Alltag ohne Navigationsapps nur schwer zu bewältigen. Im Urlaub steigt diese Abhängigkeit sogar auf 58 Prozent, da unbekannte Orte und Strecken häufiger digitale Orientierungshilfen erforderlich machen.
Viele sehen Nachteile für den eigenen Orientierungssinn
Die intensive Nutzung digitaler Navigation bleibt nach Einschätzung vieler Menschen nicht ohne Folgen. Zwei Drittel der Befragten glauben, dass sich ihr Orientierungssinn durch den regelmäßigen Einsatz von Navigationsapps verschlechtert hat. Besonders häufig vertreten Jüngere diese Ansicht. Gleichzeitig gibt fast jeder Fünfte an, den Anweisungen einer Navigationsapp sogar dann zu folgen, wenn diese unlogisch erscheinen. Die Studie deutet damit darauf hin, dass digitale Navigation zwar Komfort und Sicherheit bietet, gleichzeitig aber das Vertrauen in die eigenen Orientierungsfähigkeiten zunehmend verdrängt.
Digitale Helfer verändern das Mobilitätsverhalten
Die Ergebnisse verdeutlichen den tiefgreifenden Wandel im Umgang mit Orientierung. Während Navigationsapps den Alltag erleichtern und schnelle Routenberechnungen ermöglichen, gehen klassische Fähigkeiten zur Kartenorientierung zunehmend verloren. Aus Sicht der Studienautoren spricht vieles dafür, digitale Hilfsmittel mit grundlegenden Orientierungskenntnissen zu verbinden, um auch in Ausnahmesituationen ohne technische Unterstützung sicher ans Ziel zu gelangen.



