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Walmart öffnet Onlineshop für KI-Agenten mit eigenen Einkaufsrechten

Screenshots von Agentenprofilen in der Walmart App
Foto: Walmart

Key takeaways

➟ Anders als Amazon ermöglicht Walmart KI-Agenten eigenständige Einkäufe mit Ausgabenlimits und Kundenfreigaben. Agentenprofile und eine neue Schnittstelle sollen automatisierte Bestellungen sicherer und einfacher machen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Der US-Einzelhandelskonzern Walmart, nach Amazon zweitgrößter Händler der Welt, entwickelt eine neue Infrastruktur für Einkäufe durch KI-Agenten. Kunden sollen digitale Assistenten künftig berechtigen können, Produkte eigenständig zu bestellen und innerhalb festgelegter Grenzen Zahlungen auszulösen. Dafür führt Walmart separate Agentenprofile, eine technische Schnittstelle und verbindliche Nutzungsregeln ein. Während Amazon den automatisierten Zugriff von KI-Agenten wie Muse auf seinen Onlineshop einschränkt, setzt Walmart auf eine kontrollierte Integration.

Eigene Einkaufsprofile für KI-Agenten

Mit den sogenannten Agent Profiles schafft Walmart eine getrennte Verwaltung für automatisierte Einkäufe. Kunden können jedem KI-Agenten ein eigenes Profil zuweisen und dessen Bestellungen unabhängig von ihren persönlichen Einkäufen nachvollziehen.

Die Einführung ist innerhalb eines Monats nach der Ankündigung vom Mittwoch geplant. Nutzer sollen dabei selbst bestimmen können, welche Befugnisse ein digitaler Assistent erhält.

Walmart bietet zwei grundlegende Freigabemodelle an. Entweder müssen Kunden jede Bestellung einzeln bestätigen oder sie erlauben Einkäufe innerhalb eines zuvor festgelegten Ausgabenlimits. Als mögliche Grenzen nennt das Unternehmen 50, 100 oder 200 US-Dollar. Bestehende Berechtigungen können jederzeit widerrufen und einzelne Agentenprofile gelöscht werden.

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Walmart Agent Gateway ermöglicht direkte Anbindung

Parallel entwickelt Walmart eine spezielle Schnittstelle für automatisierte Einkaufssysteme. Das Walmart Agent Gateway soll KI-Agenten ermöglichen, Bestellungen zuverlässiger abzuwickeln, ohne herkömmliche Webseiten wie menschliche Nutzer bedienen zu müssen.

Technische Grundlage ist das Model Context Protocol (MCP). Zunächst soll eine Betaversion für Unternehmen und Softwareentwickler bereitgestellt werden.

Die Schnittstelle soll außerdem wiederkehrende Einkäufe erleichtern. KI-Agenten könnten beispielsweise bevorzugte Lebensmittel eines Kunden finden, ohne dessen vollständige Einkaufshistorie zu erhalten.

Walmart will dafür relevante Informationen innerhalb der eigenen Infrastruktur verarbeiten. An den Agenten sollen nur die Daten weitergegeben werden, die für den jeweiligen Einkauf erforderlich sind.

Kunden behalten Kontrolle über Zahlungen

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts sind verbindliche Sicherheitsregeln. Grundsätzlich müssen Kunden Einkäufe durch KI-Agenten genehmigen, sofern sie keine weitergehenden Berechtigungen erteilt haben.

Auch bei bestehenden Ausgabenlimits kann Walmart zusätzliche Bestätigungen verlangen. Agenten dürfen zudem keine Handlungen ausführen, die über den erkennbaren Auftrag des Kunden hinausgehen.

Der Zugriff auf Zahlungsdaten wird ebenfalls eingeschränkt. KI-Agenten erhalten keine vollständigen Kreditkartendaten und dürfen hinterlegte Zahlungsmethoden weder hinzufügen noch verändern.

Für automatisierte Bestellungen gelten die regulären Rückgabebedingungen von Walmart. Das Unternehmen behält sich außerdem vor, Agenten bei Verstößen gegen die Nutzungsregeln vom Einkauf auszuschließen.

Gleiche Preise für Menschen und KI-Assistenten

Walmart betont, dass automatisierte Einkäufe nicht zu abweichenden Produktpreisen führen sollen. KI-Agenten erhalten demnach dieselben Preise, die Kunden beim direkten Einkauf auf Walmart.com angezeigt werden.

Anwendbare Rabatte und zusätzliche Gebühren sollen vor dem Kauf erkennbar sein. Damit will der Händler verhindern, dass der verwendete Einkaufskanal zu unterschiedlichen Preisbedingungen führt.

Die Regelung ist besonders relevant, wenn KI-Assistenten künftig regelmäßig Produkte vergleichen und Bestellungen auslösen. Transparente Preise und nachvollziehbare Freigaben könnten dabei das Vertrauen in automatisierte Kaufprozesse stärken.

Walmart baut seine KI-Handelsstrategie aus

Der Konzern integriert bereits verschiedene KI-basierte Einkaufsangebote in seine Vertriebskanäle. Dazu gehören der eigene Assistent Sparky sowie Verbindungen zu ChatGPT, Gemini und weiteren Anwendungen.

Mit den neuen Agentenprofilen und der technischen Schnittstelle erweitert Walmart diese Strategie um eine Infrastruktur für eigenständig handelnde Software. Auch das Sortiment von Sam’s Club soll über entsprechende Lösungen zugänglich werden.

Der Ansatz unterscheidet sich von einer vollständigen Abschottung gegenüber externen KI-Agenten. Walmart will deren Nutzung ermöglichen, gleichzeitig aber technische Zugangsbedingungen und Sicherheitsvorgaben festlegen.

Automatisierter Einkauf verändert den Onlinehandel

Die Einführung könnte die Rolle klassischer Onlineshops verändern. Wenn KI-Agenten Produkte auswählen und Bestellungen vorbereiten, verlagert sich ein Teil der Kaufentscheidung von der Benutzeroberfläche auf digitale Assistenzsysteme.

Für Händler entstehen dadurch neue Anforderungen an Produktdaten, Schnittstellen und Transaktionssicherheit. Zugleich gewinnen eindeutige Berechtigungen und nachvollziehbare Bestellprozesse an Bedeutung.

Ob Kunden automatisierten Einkäufen in größerem Umfang vertrauen, bleibt abzuwarten. Walmart setzt zunächst auf eine Kombination aus technischer Integration, individuellen Ausgabenlimits und menschlicher Kontrolle.

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