Der italienische Luxusmodekonzern Ermenegildo Zegna Group hat seinen Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 7,2 Prozent auf 1,421 Milliarden Euro gesteigert. Organisch erreichte das Wachstum 8,9 Prozent. Im dritten Quartal legten die Erlöse um 8,9 Prozent auf 433,8 Millionen Euro zu. Wichtigster Wachstumstreiber blieb die Kernmarke ZEGNA, während der Direktvertrieb deutlich expandierte und Thom Browne Umsatzrückgänge verzeichnete.
Zegna erzielt 433,8 Millionen Euro Quartalsumsatz
Wie die Ermenegildo Zegna Group am 22. Oktober 2026 in Mailand mitteilte, stiegen die Konzernerlöse im dritten Quartal von 398,2 auf 433,8 Millionen Euro. Auf organischer Basis betrug das Wachstum 8,2 Prozent.
Nach neun Monaten lag der Umsatz bei 1,421 Milliarden Euro, verglichen mit 1,326 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das organische Wachstum fiel mit 8,9 Prozent höher aus als der ausgewiesene Zuwachs.
Die vorläufigen, ungeprüften Zahlen zeigen eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung. Allerdings unterschieden sich die Ergebnisse der drei Konzernmarken deutlich.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Kernmarke ZEGNA wächst um 13,5 Prozent
Die wichtigste Konzernmarke ZEGNA erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 918,4 Millionen Euro. Das entspricht einem berichteten Wachstum von zwölf Prozent und einem organischen Plus von 13,5 Prozent.
Im dritten Quartal stiegen die Markenerlöse auf 283,8 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von 13,8 Prozent.
Organisch erreichte die Marke ein Quartalswachstum von 12,7 Prozent. Besonders der eigene Einzelhandel entwickelte sich in sämtlichen Regionen positiv.
Mit einem Anteil von rund 65 Prozent am Konzernumsatz bleibt ZEGNA die mit Abstand größte Marke der Gruppe.
Direktvertrieb wächst auf 1,12 Milliarden Euro
Der direkte Verkauf an Endkunden bleibt der wichtigste Wachstumskanal des Konzerns. In den ersten neun Monaten erreichten die Direct-to-Consumer-Umsätze (DTC) 1,118 Milliarden Euro.
Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem berichteten Plus von 12,4 Prozent. Organisch stieg der Umsatz um 14,4 Prozent.
Im dritten Quartal erwirtschaftete der Direktvertrieb 335,3 Millionen Euro und wuchs um 13 Prozent. Auf organischer Basis lag der Zuwachs bei 11,4 Prozent.
Der Anteil des Direktvertriebs am Umsatz mit Markenprodukten erhöhte sich nach neun Monaten von 82 auf 85 Prozent. Damit gewinnt das eigene Filialgeschäft innerhalb des Vertriebsmodells weiter an Bedeutung.
ZEGNA-Einzelhandel legt um 16,4 Prozent zu
Besonders dynamisch entwickelte sich der Direktvertrieb der Kernmarke. Die DTC-Erlöse von ZEGNA stiegen in den ersten neun Monaten auf 821,9 Millionen Euro.
Organisch erreichte der Bereich ein Wachstum von 16,3 Prozent. Im dritten Quartal beschleunigte sich die Entwicklung auf 16,4 Prozent.
Berichtet stiegen die Quartalsumsätze des eigenen Einzelhandels um 18,2 Prozent auf 248,6 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben trugen sämtliche Regionen zum Wachstum bei.
Ende September betrieb ZEGNA weltweit 275 eigene Geschäfte. Im dritten Quartal verringerte sich das Filialnetz netto um vier Standorte.
Thom Browne verzeichnet Umsatzrückgang
Schwächer entwickelte sich die Marke Thom Browne. Ihr Umsatz sank in den ersten neun Monaten um fünf Prozent auf 168,5 Millionen Euro.
Organisch betrug der Rückgang 2,2 Prozent. Im dritten Quartal verschlechterte sich die Entwicklung mit einem berichteten Minus von 5,9 Prozent auf 45,4 Millionen Euro.
Auf organischer Basis gingen die Quartalserlöse um 7,4 Prozent zurück. Belastend wirkten insbesondere die schwächere Nachfrage in Großchina und die laufende Reduzierung des Großhandelsgeschäfts.
Auch der eigene Einzelhandel verlor im dritten Quartal an Dynamik. Die DTC-Umsätze sanken organisch um 6,6 Prozent, nachdem sie über neun Monate noch um 10,4 Prozent gestiegen waren.
Zum Quartalsende verfügte Thom Browne über 129 eigene Geschäfte. Im dritten Quartal kam netto ein Standort hinzu, darunter eine Neueröffnung in der Shanghai Plaza 66.
Tom Ford Fashion steigert Umsatz
Die dritte Konzernmarke TOM FORD FASHION entwickelte sich weiterhin positiv. In den ersten neun Monaten stieg ihr Umsatz um 3,5 Prozent auf 226,4 Millionen Euro.
Organisch erreichte die Marke ein Wachstum von 6,1 Prozent. Im dritten Quartal erhöhten sich die Erlöse um 5,4 Prozent auf 69,6 Millionen Euro.
Der eigene Einzelhandel wuchs im Quartal organisch um 4,2 Prozent. Besonders Amerika, Europa einschließlich des Nahen Ostens sowie weitere asiatisch-pazifische Märkte unterstützten die Entwicklung.
Auch das Großhandelsgeschäft entwickelte sich im dritten Quartal positiv. Hier erreichte TOM FORD FASHION ein organisches Wachstum von 8,9 Prozent, begünstigt durch die Nachfrage nach den Herbst- und Winterkollektionen.
Ende September betrieb die Marke weltweit 67 eigene Geschäfte. Gegenüber Ende Juni blieb die Zahl unverändert.
Großhandelsumsatz sinkt um 11,8 Prozent
Während der Direktvertrieb expandierte, verringerte sich das Geschäft mit unabhängigen Handelspartnern. Die Großhandelserlöse der drei Marken sanken in den ersten neun Monaten um 11,8 Prozent auf 195,2 Millionen Euro.
Organisch betrug der Rückgang 10,4 Prozent. Im dritten Quartal fiel das Minus mit 5,2 Prozent geringer aus.
Besonders stark reduzierte sich der Großhandelsumsatz von Thom Browne. Nach neun Monaten lag er mit 29,4 Millionen Euro um 36,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Auch ZEGNA verringerte seine Großhandelserlöse um acht Prozent auf 96,6 Millionen Euro. Der Konzern begründete dies mit seiner Strategie, die Exklusivität der Marke zu schützen und insbesondere bei wichtigen Produkten die Abhängigkeit vom Großhandel zu reduzieren.
Der Anteil des Großhandels am Umsatz mit Markenprodukten sank entsprechend von 18 auf 15 Prozent.
Amerika bleibt stärkste Wachstumsregion
Regional entwickelte sich Nord- und Südamerika im dritten Quartal besonders positiv. Der Umsatz stieg dort um 14 Prozent, während das organische Wachstum 13,6 Prozent erreichte.
Auch Großchina verzeichnete trotz schwieriger Marktbedingungen Zuwächse. Die Erlöse stiegen berichtet um 8,7 Prozent und organisch um 5,7 Prozent.
Die Kernmarke ZEGNA trug in sämtlichen Regionen wesentlich zur positiven Entwicklung bei. Besonders der eigene Einzelhandel zeigte eine hohe Wachstumsdynamik.
Im Nahen Osten verbesserte sich das Geschäft gegenüber dem Vorquartal. Der ZEGNA-Direktvertrieb erzielte dort im dritten Quartal ein zweistelliges Wachstum.
Die unterschiedlichen Markenentwicklungen zeigen jedoch, dass die Nachfrage innerhalb des Luxussegments weiterhin uneinheitlich verläuft.
Textilgeschäft wächst moderat
Neben den drei Modemarken betreibt die Gruppe ein eigenständiges Textilgeschäft. Dessen Umsatz erhöhte sich in den ersten neun Monaten um ein Prozent auf 97,9 Millionen Euro.
Organisch betrug das Wachstum 1,4 Prozent. Im dritten Quartal entwickelte sich die Sparte mit einem organischen Plus von fünf Prozent deutlich besser.
Die sonstigen Umsätze, zu denen vor allem Vereinbarungen mit Drittmarken gehören, gingen dagegen zurück. Nach neun Monaten lagen sie mit 9,9 Millionen Euro um 24,4 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Zegna blickt vorsichtig optimistisch auf Jahresende
Verwaltungsratschef Ermenegildo „Gildo“ Zegna verwies auf die anhaltende Stärke des Direktvertriebs und die positive Entwicklung der Kernmarke. Zugleich betonte er die Bedeutung langfristiger Kundenbeziehungen und handwerklicher Kompetenz.
Für die verbleibenden Monate des Jahres äußerte sich das Management vorsichtig zuversichtlich. Das internationale Marktumfeld bleibe allerdings von Unsicherheit geprägt.
Die bisherigen Geschäftszahlen verdeutlichen die zunehmende Bedeutung des eigenen Einzelhandels für den Konzern. Während ZEGNA und TOM FORD FASHION wachsen, steht Thom Browne weiterhin vor Herausforderungen.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob die Gruppe ihre Dynamik im Direktvertrieb aufrechterhalten und gleichzeitig die schwächeren Geschäftsbereiche stabilisieren kann.



