Burberry hat im ersten Halbjahr seines laufenden Geschäftsjahres 2025/26 einen wichtigen Wendepunkt erreicht. Nach zwei Jahren ohne vergleichbare Umsatzsteigerungen meldet das britische Luxusmodehaus erstmals wieder stabile Einzelhandelsumsätze – ein zentraler Erfolg der neuen Markenstrategie „Burberry Forward“. CEO Joshua Schulman sieht darin den Beleg, dass sich die Investitionen in Markenauftritt, Produktsortiment und Ladenmodernisierung auszahlen.
Stabile Umsätze und bessere Margen trotz Rückgang
Im Berichtszeitraum bis zum 27. September 2025 ging der Umsatz um 5 % auf 1,03 Milliarden Pfund (rund 1,19 Mrd. Euro) zurück. Wechselkursbereinigt betrug der Rückgang 3 %. Dennoch konnte Burberry die operative Rentabilität deutlich verbessern. Das bereinigte operative Ergebnis lag bei 19 Millionen Pfund – im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Verlust von 41 Millionen Pfund ausgewiesen. Die bereinigte operative Marge kletterte von –3,8 % auf +1,9 %. Unterm Strich verringerte sich der ausgewiesene operative Verlust von 53 auf 18 Millionen Pfund.
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Regionale Unterschiede im Verkaufsverlauf
Insgesamt stagnierte der flächenbereinigte Einzelhandelsumsatz auf Vorjahresniveau, wobei sich jedoch regional sehr unterschiedliche Entwicklungen zeigten. Während die Umsätze in der Region Amerika (+3 %) und EMEIA (+1 %) zulegten, blieb Greater China leicht im Minus (–1 %) und der Rest Asiens unter der Marke des Vorjahres (–2 %). In der Quartalsbetrachtung zeigte sich eine positive Tendenz: Im zweiten Quartal erzielte Burberry ein flächenbereinigtes Wachstum von 2 %, nach –1 % im ersten Quartal.
Strategische Fortschritte und neues Markenerlebnis
Burberry setzt im Rahmen von „Burberry Forward“ verstärkt auf einheitliche Markenbotschaften und britisch geprägte Bildwelten, die sowohl Kundenbindung als auch Wiedererkennbarkeit stärken sollen. Erste Kollektionen wie Herbst/Winter 2025 stießen laut Unternehmen auf positive Resonanz, insbesondere im Bereich Mäntel und Schals. Auch die in den Stores umgesetzten Neuerungen – etwa über 100 sogenannte „Scarf Bars“ und neue Präsentationsflächen – werden von Kunden gut angenommen.
Ausblick bleibt vorsichtig optimistisch
Trotz der ermutigenden Signale bleibt der Ausblick verhalten. Die globale Wirtschaftslage bleibe angespannt, heißt es von Unternehmensseite. Der Fokus liege weiterhin darauf, Begehrlichkeit der Marke aufzubauen, um das Umsatzwachstum nachhaltig zu steigern. Zudem strebt Burberry eine weitere Verbesserung der Marge durch Effizienzmaßnahmen und Kostendisziplin an. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 sollen so jährliche Einsparungen in Höhe von 80 Millionen Pfund erreicht werden.


