Cloudflare treibt seine strategische Ausrichtung auf künstliche Intelligenz deutlich voran und kündigt dafür einen umfassenden Umbau des Unternehmens an. Der US-Netzwerk- und Cloudanbieter will rund 1.100 Stellen abbauen, was etwa 20 Prozent der aktuellen Belegschaft entspricht. Gleichzeitig präsentierte das Unternehmen starke Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026.
Der Konzern bezeichnet die Maßnahmen als Teil eines neuen „Agentic AI-first“-Betriebsmodells – ähnlich dem Ansatz von DeepL, das gestern einen drastischen Stellenabbau kommuniziert hat. Ziel sei es, interne Prozesse stärker mit KI-Agenten zu automatisieren und die Organisation schneller sowie effizienter aufzustellen.
Cloudflare sieht KI als größten Wachstumstreiber der Firmengeschichte
CEO und Mitgründer Matthew Prince sprach von einem grundlegenden Wandel der Internet- und Softwarelandschaft durch künstliche Intelligenz. KI verändere nicht nur Produkte und Plattformen, sondern auch die interne Arbeitsweise des Unternehmens.
Cloudflare nutze KI-Systeme inzwischen selbst intensiv im operativen Alltag. Das Unternehmen wolle dadurch Innovationsgeschwindigkeit und Produktivität steigern. Der angekündigte Personalabbau sei Teil dieser Neuausrichtung.
Für die Restrukturierung rechnet Cloudflare mit zusätzlichen Belastungen zwischen 140 und 150 Millionen US-Dollar. Davon entfallen nach Unternehmensangaben rund 105 bis 110 Millionen Dollar auf Abfindungen, Leistungen für Mitarbeiter sowie weitere Personalmaßnahmen. Weitere 35 bis 40 Millionen Dollar betreffen aktienbasierte Vergütungen.
Der Großteil der Kosten soll bereits im zweiten Quartal 2026 anfallen. Bis Ende des dritten Quartals soll der Umbau weitgehend abgeschlossen sein.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Umsatz wächst um 34 Prozent
Trotz der tiefgreifenden Veränderungen meldete Cloudflare ein starkes erstes Quartal. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 639,8 Millionen US-Dollar.
Der operative Verlust nach GAAP lag bei 62 Millionen Dollar. Auf Non-GAAP-Basis erzielte Cloudflare dagegen ein operatives Ergebnis von 73,1 Millionen Dollar. Der Non-GAAP-Nettogewinn stieg auf 94 Millionen Dollar nach 58,4 Millionen Dollar im Vorjahr.
Auch beim Cashflow verbesserte sich das Unternehmen deutlich. Der operative Cashflow erreichte 158,3 Millionen Dollar, der freie Cashflow stieg auf 84,1 Millionen Dollar beziehungsweise 13 Prozent des Umsatzes.
Zum Quartalsende verfügte Cloudflare über liquide Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von rund 4,16 Milliarden Dollar.
KI-Umbau soll Effizienz und Skalierung erhöhen
Cloudflare positioniert sich zunehmend als Infrastruktur- und Sicherheitsanbieter für KI-Anwendungen. Der Konzern sieht insbesondere generative KI und autonome Software-Agenten als langfristigen Wachstumstreiber.
Mit dem neuen Betriebsmodell will das Unternehmen interne Abläufe stärker automatisieren und KI tiefer in Entwicklung, Support und operative Prozesse integrieren. Cloudflare spricht dabei von einer grundlegenden Veränderung der Arbeitsorganisation.
Prognose für 2026 angehoben
Für das zweite Quartal erwartet Cloudflare einen Umsatz zwischen 664 und 665 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert das Unternehmen Erlöse zwischen 2,805 und 2,813 Milliarden Dollar.
Beim Non-GAAP-Betriebsergebnis rechnet Cloudflare im Gesamtjahr mit 418 bis 421 Millionen Dollar. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt bei 1,19 bis 1,20 Dollar.



