Der Kosmetikkonzern Coty hat sein viertes Quartal des Geschäftsjahres 2026 besser als erwartet abgeschlossen. Nach mehreren schwächeren Quartalen gelang mit einem Umsatzplus von einem Prozent die Rückkehr zu Wachstum. Gleichzeitig verbesserte das Unternehmen seinen operativen Cashflow und den Free Cashflow deutlich. Trotz rückläufiger Profitabilität sieht sich Coty mit dem neuen Strategieprogramm „Coty.Curated“ auf Kurs, die Organisation zu vereinfachen, die Marken zu stärken und die Verschuldung weiter zu reduzieren.
Rückkehr zu Umsatzwachstum trotz schwierigem Marktumfeld
Im vierten Quartal erzielte Coty einen Umsatz von 1,27 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die eigenen Erwartungen. Währungsgewinne unterstützten die Entwicklung, während der Konflikt im Nahen Osten das Wachstum nach Unternehmensangaben um rund einen Prozentpunkt belastete. Organisch gingen die Erlöse leicht um ein Prozent zurück, dennoch verbesserte sich die Entwicklung gegenüber den Vorquartalen deutlich. Sowohl das Prestige- als auch das Consumer-Beauty-Geschäft verzeichneten auf berichteter Basis ein Umsatzplus von jeweils einem Prozent.
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Starker Cashflow und konsequenter Schuldenabbau
Besonders positiv entwickelte sich der Mittelzufluss. Der operative Cashflow stieg im Gesamtjahr auf rund 538 Millionen US-Dollar, der Free Cashflow erreichte 348 Millionen US-Dollar. Parallel reduzierte Coty seine Finanzverbindlichkeiten weiter. Bereits Ende 2025 hatte das Unternehmen seine verbliebene Beteiligung an Wella verkauft. Hinzu kommt die vorzeitige Rückgabe der Gucci-Beauty-Lizenz an Kering, aus der Coty insgesamt bis zu 400 Millionen US-Dollar sowie zusätzliche Erlöse aus Lagerbeständen erwartet. Die Mittel sollen vor allem zum Schuldenabbau sowie für Investitionen in das Kerngeschäft verwendet werden.
Coty.Curated soll Marken und Organisation stärken
Mit dem Programm „Coty.Curated“ setzt Coty auf eine umfassende Neuausrichtung. Geplant sind schlankere Organisationsstrukturen, weniger, dafür größere Produktneuheiten sowie eine stärkere Konzentration auf erfolgreiche Kernmarken. Im Massenmarkt sollen Innovationszyklen vereinfacht und das Sortiment reduziert werden. Gleichzeitig will Coty die Sichtbarkeit seiner Marken auch auf KI-Plattformen verbessern und Marketingbudgets gezielter einsetzen. Darüber hinaus wurden Marktanteilsziele erstmals direkt in die Vergütungssysteme integriert.
Prestige bleibt Wachstumstreiber
Das Prestige-Segment bleibt die wichtigste Säule des Unternehmens und steht für rund zwei Drittel des Jahresumsatzes. Für das laufende Geschäftsjahr plant Coty unter anderem neue Produkte für Boss, Burberry, Calvin Klein und Kylie Cosmetics. Auch Marc Jacobs Beauty soll nach einem erfolgreichen Online-Start schrittweise in den stationären Handel ausgerollt werden. Im Consumer-Beauty-Bereich setzt das Unternehmen auf weniger Produkteinführungen mit höherem Marktpotenzial sowie auf die weitere Stärkung etablierter Marken wie CoverGirl, Rimmel und Sally Hansen.
Übergangsjahr mit vorsichtigem Ausblick
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Coty einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Gleichzeitig rechnet das Management mit einem weiteren Rückgang der operativen Marge, sieht jedoch eine schrittweise Verbesserung im Jahresverlauf. Das Geschäftsjahr 2027 versteht Coty als Übergangsphase, in der die Umsetzung der neuen Strategie vorangetrieben und die Überprüfung des Consumer-Beauty-Portfolios abgeschlossen werden soll. Ab 2028 soll die verschlankte Unternehmensstruktur wieder nachhaltiges Wachstum und höhere Profitabilität ermöglichen.





